MUSIK

Reeperbahn Festival: Luxembourg Sounds Like Grand Est

Alle Jahre wieder: Nicht. Dieses Mal hat sich der traditionelle Reeperbahn Festival Showcase „Luxembourg Sounds Like …“ Verstärkung geholt.
Unser Lieblingsact bei „Luxembourg Sounds Like …“ sind dieses Jahr Taxi Kebab. Aber es gibt noch viel mehr zu entdecken.Foto: Ben Pi

Neben dem Schlaglicht auf die zeitgenössische Popszene Österreichs „Austrian Heartbeats“ darf selbstverständlich auch der Showcase „Luxembourg Sounds Like …“ nicht fehlen. Die kleine Luxemburger Pop-Enklave ist auf dem Reeperbahn Festival schon eine eingespielte Größe, doch dieses Jahr ist etwas neu: Ganz im Geiste der internationalen Vernetzung – auch das Reeperbahn Festival strebt jetzt ja Berührungspunkte in aller Welt an – hat sich „Luxembourg Sounds Like …“ auch einen Gast eingeladen, nämlich die Grand Est Region Ostfrankreichs, die sich aus Elsass-Lothringen und der Champagne-Ardenne zusammensetzt.

Jackie Moontan scheut den Flirt mit Kitsch nicht. Als One Man Moon Man tritt der Luxemburger Retro-Futurismus-Crooner in grellen Anzügen und mit herzförmigen Sonnenbrillen auf die Bühne, und verzaubert sein Publikum mit scharfsinnigen Alltagsbeobachtungen. Seine Mischung aus Pop, Funk und Disco schafft es indes so gar nicht kitschig rüberzukommen – und das nicht nur, weil Moontan so leicht seine Gestalt wandeln kann.

Die ersten Vertreter*innen des französischen Gastkontingents schlagen ganz andere Brücken: Taxi Kebab verbinden Analoges und Digitales, elektronische Beats und marokkanische Musiktradition zu einem berauschenden Ganzen. So entstehen fiebrig pulsierende, klaustrophobisch treibende Klanglandschaften, durch die gewundene Buzuq-Melodien führen, und die hier an Postpunk, da an Minimal und dort an Psych Rock erinnern.

Der Luxemburger Rapper Maz war kürzlich im Supportprogramm von Nicki Minaj zu finden – und das mit 19. Dass es Maz so schnell zu solchen Meilensteinen schafft, liegt nicht zuletzt daran, dass der Nachwuchs-Rapper es binnen kürzester Zeit geschafft hat, einen international anschlussfähigen Sound zu kultivieren, der keinem seiner Vorbilder so ganz verpflichtet bleibt.

Dirty Deep bringen mit ihrer – im besten Sinne – barseeligen Bluesspielart etwas Lagerfeuer-Duft in den Kaiserkeller. Dass auch jene, die kein Faible für Bartmusik haben hier nicht abgehängt werden liegt auch daran, dass die Franzosen die Traditionsmusik mit modernen Elementen aus Alternative Rock versatzstücken.

Seed To Tree aus Luxemburg haben ihre Wurzeln ebenfalls im Folk, haben sich aber seitdem zu einer dynamischen Indierock-Band entwickelt. Was sie sich von ihren Folkwurzeln bewahrt haben ist ihr emotional aufmerksames Songwriting und die verspielte Leichtigkeit ihrer Gitarrenarrangements, die auch unter den elektronischen Elementen nicht verloren gehen.

Den Abschluss machen Black Bones, die Indiepop mit ausgeprägten Chören, Orgelarrangements und Bläserakzenten spielen. Das klingt am ehesten nach Arcade Fire meets Abba, aber eigentlich nach nichts so richtig – außer nach Black Bones eben.

Der Showcase findet am 20. 9. im Kaiserkeller statt.

Das ganze Programm des Luxembourg Sounds Like … Grand Est Showcase auf einen Blick:

Jackie Moontan 19.30 Uhr

Taxi Kebab 20.30 Uhr

Maz 21.30 Uhr

Dirty Deep 22.30 Uhr

Seed To Tree 23.30 Uhr

Black Bones 00.30 Uhr

 

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