MUSIK

Ronnie Wood: „Mr. Luck“ – With a little Help from his Friends

Ronnie Wood Bein Auf Tisch Barhocker
Foto: Mark Seliger

Selbst mit viel gutem Willen kann man nicht behaupten, dass Ronnie Wood gerade dabei ist, einen geschmeidigen Übergang in eine lebensherbstlich leuchtende Phase als begüteter Pensionär zu orchestrieren. Das Einzige, was so ein bisschen in Richtung Rentnerbeschäftigung geht, ist seine wieder entflammte Leidenschaft fürs Malen, der er während des Lockdowns ein wenig intensiver als sonst frönen konnte.

Auch die fünf Jahre jungen Zwillingsmädchen Alice und Gracie, die er mit seiner Frau Sally Humphries hat, wurden möglicherweise ein bisschen öfter vom Papa ins Bettchen gebracht als üblich. Aber sonst war und ist Ronald David Wood wirklich verdammt emsig. Mit den noch unter den Lebenden Weilenden seiner zuletzt 2015 zum zweiten Mal aufgelösten Kombo Faces – namentlich Sänger Rod Stewart und Schlagzeuger Kenney Jones – hat er sich laut Medienberichten getroffen, um an neuer Musik zu arbeiten.

Mit Mick Jagger habe er neun Stücke für die geplante Neuveröffentlichung des Rolling-Stones-Albums „Tattoo you“ aus dem Jahr 1981 aufgenommen. Und überhaupt übt der langjährige Gitarrist der Stones – mit 74 klar der Jüngste in der Band – gerade massiv mit den Kollegen für die ab den 26. September laufende „No Filter“-Nachholtournee in den USA, bei der Schlagzeuger Charlie Watts wegen notwendiger Rekonvaleszenz nach einem operativen Eingriff nicht mitmachen kann.

„Mit den Stones proben wir äußerst akribisch und achten auf jedes Detail“, sagt er. Doch auch Wood selbst blickt nicht ganz sorgenfrei auf seine Gesundheit. Nach einer Lungenkrebsdiagnose und entsprechender Behandlung im Jahr 2017 hat er nach eigenen Angaben an einem kleinzelligen Krebs gelitten, den er während der Coronapause erfolgreich besiegen konnte.

Und dann ist da auch noch Ronnies neues Album. Es hört auf den etwas umständlichen, aber sehr informativen Titel „Mr. Luck – A Tribute to Jimmy Reed: Live at The Royal Albert Hall“ und ist eine knackige Bluesrock-Hommage an den hochverdienten und 1976 mit nur 50 Jahren viel zu früh verstorbenen US-Bluesmusiker und Songwriter Jimmy Reed.

Nach „Mad Lad“, dem 2019 erschienenen Live-Album mit Chuck-Berry-Songs, huldigt Ronnie nun also seinem nächsten Helden. Zu Reeds Ehren versammelte er bereits am 1. November 2013 ein illustres Ensemble musizierender Freunde wie seinem Stones-Vorgänger Mick Taylor, Simply-Red-Sänger Mick Hucknall, Modfather Paul Weller und Bobby Womack, der nun auch schon vor bereits sieben Jahren verstorben ist.

„Jimmy Reed war einer der wichtigsten Einflüsse auf die Rolling Stones und überhaupt auf alle Bands, die den amerikanischen Blues von der damaligen Ära bis zum heutigen Tag lieben“, schwärmt Wood. „Es ist mir eine Ehre, sein Leben und sein Vermächtnis mit diesem Album zu feiern.“

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