FILM

TV-Tipp: Ryan Gosling hat wenig „Drive“

Ryan Gosling in „Drive“
Foto: 2001 Drive Fillm Holdings, LLC.

In Nicolas Winding Refns „Walhalla rising“ von 2009 reißt Mads Mikkelsen einem Mann die Eingeweide raus. Verglichen damit ist das US-Debüt des Dänen von 2011 gemäßigt. Hier tritt der Held jemandem „nur“ das Gesicht ein. Ein Stuntman (Ryan Gosling) arbeitet nachts als Fluchtwagenfahrer für Verbrecher. Er ist als überhöhtes Wesen angelegt, entpuppt sich aber als hohle Hülle ohne Geschichte. Als er sich in seine Nachbarin (Carey Mulligan) verliebt und ihrem Mann bei einem Raub hilft, bei dem alles schief geht, muss er die Unschuldige beschützen – und die Übeltäter bestrafen. Der 80er-Pop, der sich bleiartig über die Szenen legt, die kontrastreichen Bilder in prototypisch amerikanischen Handlungsorten wie Treppenhäusern, Apartments und Schnellrestaurants, in denen Refns Kamera oft länger auf einer Szene verhaart als nötig, die endlosen Pausen zwischen den Dialogsätzen, das künstlich reduzierte Tempo: Das alles soll kaschieren, dass Refn nichts zu erzählen hat, aueßr, dass Ryan Gosling sehr langsam schauspielerin kann. „Drive“ ist stylish und substanzlos. Und trotzdem eine interessante Abhandlung über die gewalttätige, zerstörerische Kraft der Liebe.

„Drive“ läuft im 21:55 Uhr auf Arte und ist bis 30. November in der Arte-Mediathek abrifbar.