Sabrina Setlur

„Aus der Sicht und mit den Worten von …“ (Sony) ist Sabrina Setlurs Reifeprüfung, mit gänzlich eigenen Texten und dem Versprechen, einen Popstar hautnah und ehrlich zu erleben. Ab Januar wird sich die erfolgreichste Rapperin Deutschlands damit dem Live-Publikum stellen.

city.mag: Sabrina, hat es dich nie gereizt, mal nicht über die Gesellschaft als solche zu schreiben – oder zumindest abwechslungshalber mal einen anderen Blickwinkel einzunehmen?

Sabrina Setlur: Ich kann einfach nur über mich selber schreiben, ich kann nicht über irgend etwas schreiben, was ich nicht fühle, wo ich mich nicht selber sehe, was mit mir nichts zu tun hat. Mir fällt es leichter, über meine Gefühle, meine Erfahrungen zu schreiben, als über Dinge, mit denen ich nichts zu tun habe.

city.mag: Ist es errgend, wenn du spürst, wieviele Leute deine persönlichen Gefühle teilen – oder ist es auch erschreckend?

Setlur: Nee, weil in dem Moment, wo ich den Text schreibe, ich nur an mich selber denke. Das ist mein Text. Wenn die Platte draußen ist und du dich angesprochen fühlst, ist das dein Problem, ich hab ihn nicht für dich geschrieben. Das ist nicht erschreckend, das ist okay. Ich geh’ ja auch nicht hin zu Puff Daddy, um ihm zu sagen, wie sehr mich sein Titel angesprochen hat. Der würde doch sagen: „Biste jeck? – Das ist mir doch wurscht!“ So ist es auch in meinem Empfinden. Sehr schön ist es aber, wenn du Leuten damit helfen konntest; es gab zu „Glaubst du mir“ drei Heiratsanträge, von denen ich weiß. Das ist natürlich ein schönes Gefühl. Das war nicht meine Intention, aber es ist schön.

city.mag: Wenn du alles nur für dich machst: Wessen Kritik läßt du zu?

Setlur: Ich habe sehr viel mit Moses gesprochen. Das hat mir geholfen. Für ihn als Produzenten ist es natürlich wichtig zu wissen, wie ich mich dabei fühle, um die Musik so zu machen, dass es den Text auch unterstreicht. Insofern bin ich froh, dass ich einen habe wie Moses, der so verständnisvoll ist und soviel Geduld aufbringt. Du hast als Künstlerin das saugute Gefühl: Da steht jemand hinter dem, was du tust.

Interview: Rolf von der Reith

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