Saga

Sie lassen es ein bisschen ruhiger angehen, aber wenn es nach Sänger Michael Sadler geht, ist noch lange nicht Schluss mit Saga. Interview: Steffen Rüth

Michael, es ist schon korrekt, dass der Frauenanteil bei Progrock-Konzerten ernüchternd gering ist, oder?

Michael Sadler: Jein. Bei manchen Kollegen ist der Männerüberschuss markant, aber Saga steckten nie so puristisch im Progressive-Rock-Genre fest. Wir haben Melodien – was eben auch viele Frauen anspricht. Ich würde schätzen, momentan haben wir 60 Prozent Männer. Aber wir arbeiten daran, dass es ausgewogen wird.

Hattet ihr nicht vor zwei Jahren schon euren Abschied angekündigt?

Sadler: Das war etwas missverständlich. Wir haben die Tür für eine Zeit hinter uns zugezogen – aber wir haben sie nicht abgeschlossen. Das mit Saga geht nun schon seit über 40 Jahren, und es gibt eben noch andere schöne Dinge im Leben. Sagen wir mal so: Die Fans haben uns auch nicht in Ruhe gelassen. Sie wollen uns sehen, und in der Band herrscht gerade eine richtig gute Energie. Wir arbeiten sogar an neuer Musik – aber hier will ich mich mit den Details noch bedeckt halten.

Du hast im Jahr 2007 schon mal die Band verlassen und bist später zurückgekehrt.

Sadler: Auch da hatte ich mir ein Türchen offen gelassen. Dieser vorübergehende Abschied war wegen meines Jungen, der jetzt im Januar zwölf wird. Ich wollte kein Vater sein, der im Hotelzimmer sitzt und von seiner Frau erzählt bekommt, dass der Sohn gerade seine ersten Schritte gemacht hat.

Steht dein Sohn auf eure Musik?

Sadler: Er weiß sie zu schätzen. Im Auto hört er allerdings lieber Popradio. Ich lasse ihn gewähren. Noch. (lacht)

Auch ihr hattet eure Flirts mit der Popmusik. „On the Loose“ und „Worlds apart“ waren sogar richtige Hits.

Sadler: Ja, manchmal haben sich die Pfade mit der kommerziellen Musik gekreuzt. Ich fand das immer gut. So bleibst du unvorhersehbar. Wir haben 21 Alben gemacht. Du hast deinen Kern, deine Identität, aber wenn du dich nie woanders hinbewegst, wird es früher oder später langweilig, auch für dich selbst. Das konnten wir immer vermeiden.

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