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Sebastian Fitzek: Noah

Wer Sebastian Fitzek googelt, findet: Mann mit Kind, Mann mit Hund, Mann mit Bärchenpulli. Wer Sebastian Fitzek liest, findet vor allem einen Mann mit einer verdammt kranken Fantasie. Bestsellerautor Fitzek ist nämlich nicht bloß Schnellschreiber (elf Thriller seit 2006!), sondern auch Fan von bizarren Morden und Verschwörungen. Und bei seinem neusten Wälzer geht Fitzek dabei nicht bloß einen Schritt, sondern Kilometer weiter als sonst. Fitzek verlässt den Mikrokosmos Berlin und führt gleich die ganze Menschheit zum Schafott.

Einen möglichen Retter gibt es – dumm nur, dass der sich nicht mal an seinen eigenen Namen erinnern kann, als er schwer verwundet von einem Obdachlosen gefunden und aufgepäppelt wird. Doch nach und nach entdeckt Noah, wie er sich aufgrund eines Tattoos nennt, Seltsames, Gefährliches – und, dass er selbst in höchster Gefahr schwebt. Eine Hetzjagd beginnt, bei der Noah nicht nur am Leben bleiben, sondern auch herausfinden muss, was eigentlich gespielt wird.

Glaubwürdig ist das alles natürlich nicht sonderlich, aber wenn ein Dan Brown mit diesem Makel leben kann, kann es auch ein Sebastian Fitzek. Und der Vergleich ist nicht aus der Luft gegriffen: Trashig, aber ausgesprochen spannend, nicht unbedingt gut geschrieben, dafür aber gut erzählt und mit Fakten über Fakten gespickt, die zwar in der Realität nicht zum selben Ergebnis führen, einzeln genommen aber durchaus wahr sind. Fitzek macht sich Browns Rezept zu eigen, kocht aber statt mit Kunst und Kirche mit Geld und globalen Problemen. Die Mischung geht runter wie Öl – und liegt dann schwer im Magen. Denn die unbequeme Wahrheit ist weitaus schockierender als Sebastian Fitzeks Fantasie.

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