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SiEA im Interview: Neuer Track „schmeckt nach Kontrollverlust“

Eine Gruppe aus acht Frauen wie SiEA ist eine ungewohnt-erfrischende Bandformation. Wie habt ihr euch gefunden?
Antonia Dering: Der Großteil von uns hat sich auf der Musik-Uni in München gefunden. Wir haben dort in unterschiedlichen Formationen zusammengespielt und festgestellt, wie sehr wir den Vibe lieben, wenn wir als Freundinnen und Musikerinnen untereinander abhängen und unsere Kompositionen miteinander teilen.

Zudem gibt es in der Band ein Schwestern-Duo, das aus mir und Carlotta besteht. Wir gestalten das kreative Konzept hinter der Band. Carlotta ist Kostümbildnerin und macht für uns die Band-Outfits, die Konzepte und Ausstattungen für die Musikvideos. Ich bin also als eine der drei Frontsängerinnen, Komponistinnen und Bandleaderinnen.

Wer von euch tritt denn als Frontfrau in Erscheinung?
Dering: Wir haben drei Sängerinnen, die zugleich Synth bzw. Gitarre spielen: Amélie, Patricia und ich schreiben die Kompositionen und Arrangements der Band. Es wird dann gemeinsam in Proben an den Songs gefeilt und drüber improvisiert. Das ist ein Zugang zur Musik, den wir alle bei unserem Jazzstudium gelernt haben. Am Schluss schaut unsere Saxofonistin Bettina noch über die Bläserinnensätze, damit die schön knallen.

Ihr macht Popmusik – aber nur im weitesten Sinne. Wie entwickelt ihr euren avantgardistischen Sound?
Dering: Wir haben alle schon sehr viel verschiedene Musik gespielt und nehmen uns einfach aus jedem Genre das Beste. Das fette Wumsen des Basses im Techno, die eingängigen Ohrwurmrefrains aus dem Pop, die mitreißenden Solomomente aus dem Jazz und nicht zuletzt die Kostüme und Ausstattung aus dem Theater.

Schaut man sich eure Liveshows an, geht es dabei gerne auch mit ausschweifenden Solos zu. Auch in euren Videos wird schnell klar: Ihr liebt Auftritte. Was versprecht ihr euch von den anstehenden Tour, und wo wird sie euch hinführen?
Dering: Nichts kommt an das unglaubliche Gefühl ran, zu siebt auf der Bühne zu stehen und unsere Songs vor Hunderten von Leuten rauszuballern. Wir haben letztes Jahr unser Debütalbum „Ride“ rausgebracht. Das soll weiter unter die Leute. Der vergangene Sommer war schon sehr schön, für dieses Jahr gilt es noch mehr neue Festivals zu erobern, wie das „Rocken am Brocken“, auf die wir uns extrem freuen.

Das neue Video zum Track „Bombs“ ist da, und ihr singt „It’s hard to be just fine with what you’ve got/and not to long for all the things you could have had/but you have not“ – heißt das, ihr wollt immer mehr von allem?
Dering: Zunächst geht es um die ersten Wochen des Verliebtseins, die sich anfühlen, als hätte dir wer Zuckerwatte direkt in dein Gesicht gedrückt. Irgendwie lecker, irgendwie nice, aber auch total klebrig, und es schmeckt nach Kontrollverlust. Und dann, da hast du recht, geht es ums Immer-mehr-wollen. Die innere Unruhe mit neuen Emotionen, Beziehungen und eben Süßigkeiten stillen wollen, bis man nimmersatt alles um sich rum auffrisst, von den Drumsticks bis zu den Ohrringen.

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