FILM

Seuche in Serie

Ist das nicht etwas geschmacklos, gerade jetzt eine Thrillerserie wie „Sløborn“ zu machen, über eine Seuche! Die Empörung ist vergebens, denn der Achtteiler von Showrunner Christian Alvart wurde im Spätsommer 2019 gedreht, lange, bevor das Corona-Virus ausbrach. Alvart hatte zuvor bei zahlreichen „Tatort“-Folgen , darunter alle mit Til Schweiger, Regie geführt und zuletzt den gefloppten, aber sehr gelungenen Deutsche-Wende-Serienmörder-Thriller Freies Land abgeliefert.

„Sløborn“: Langsames Abgleiten ins Chaos

In „Sløborn“, dessen Regie sich Alvart  mit seinem Kollegen Adolfo J. Kolmerer teilt, wählt er ein klassisches klaustrophobisches Szenario: Figuren, die sich nicht alle grün sind und ihre Geheimnisse voreinander haben, verdrängte und offene Konflikte, eine Insel, ein Monster – das in diesem Fall eben ein Killervirus ist. In einem Segelboot werden zwei Leichen auf der Nordseeinsel Sløborn angespült. Was zunächst wie ein tragischer Unfall aussieht, entpuppt sich als tickende Zeitbombe. Denn bald scheint es, als wären die Segler keineswegs an einem Unglück gestorben,  sondern an einer gefährlichen Seuche. Die sich nun auch auf dem entlegenen Sløborn ausbreitet.

Das Virus ist da

Doch die Bewohner der Insel erkennen die Gefahr nicht, da sie andere Dinge beschäftigen: Die junge Evelin erwartet ein Kind von ihrem Lehrer, Evelins Vater will für die Karriere die Familie verlassen, der Dorfbulle glaubt, in den auf der Insel lebenden straffälligen Jugendlichen in einem Rehabilitationsprogramm die Verantwortlichen zu erkennen, ein auf der Insel lebender Schriftsteller kämpft mit der kreativen Krise. Das Virus breitet sich aus – und auch die Angst …  Unter anderem sind dabei: Wotan Wilke Möhring, Alexander Scheer, Lea van Acken und Annika Kuhl.

„Sløborn“ gibt es ab 23. Juli um 10 Uhr in der ZDF Mediathek. Abends laufen die ersten vier Folgen ab 20:15 Uhr am Stück, am 24. Juli folgen ab 20:15 Uhr die weiteren vier Folgen.