„Die Hölle!“

Róisín-Murphy
Foto: Nicole Nodland

Das neue Album der früheren Moloko-Sängerin Róisín Murphy (42) ist famos – ein Blick in ihren Kleiderschrank allerdings ein Alptraum.

Ms. Murphy, wie viele Klamotten haben Sie im Gepäck, wenn Sie im September nach Berlin kommen?
Róisín Murphy: Es sind mehrere Koffer und Kisten – weil ich diverse Outfits brauche, um mit meinem Publikum zu kommunizieren. Ich kann mich nicht in Jeans und T-Shirt auf die Bühne stellen. Das würde nicht funktionieren, weil dann etwas fehlt, das die Fantasie der Leute anregt.
Wie groß ist Ihr heimischer Kleiderschrank?
Murphy: Die Hölle! Ich habe einen Raum, der aus allen Nähten platzt und in dem etwa 600 000 Teile eingeklemmt sind. Insofern habe ich keine Übersicht mehr und weiß nie, was ich anziehen soll. Und ich gehe kaum noch einkaufen, weil ich keinen Platz mehr habe. Aber für mich ist Mode ohnehin nicht mehr, was es mal war. Früher haben sich die Designer darum gerissen, dich auszustatten, und es war alles völlig unkompliziert. Heute wollen sie nur noch A-Klasse-Promis und haben PR-Leute, die darüber wachen, wer was zu welchen Anlässen trägt. Da ist das Marketing wichtiger als die Kreativität. Deswegen entwerfe ich meine Sachen inzwischen fast alle selbst.
Und früher, als Sie noch nicht bekannt waren, haben Sie sich auch illegal in Kaufhäusern und Boutiquen eingedeckt …
Murphy: Da war ich 18 – und ziemlich naiv. Natürlich haben sie mich prompt beim Ladendiebstahl erwischt. Und meine Entschuldigung fanden sie auch nicht überzeugend.
Nämlich?
Murphy: „Sorry, aber ich weiß nicht, wie man eine Waschmaschine bedient.“ Natürlich bin ich damit nicht durchgekommen.

Interview: Marcel Anders

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