Mit Hagrid im Pickup-Truck: Seal live 2026
Seal ist einer dieser Sänger, die fest mit den 90er-Jahren verbunden sind. Wenn er jetzt also auf Tour kommt, ist das eine willkommene Zeitreise.
Der Autor dieser Zeilen hatte Ende der 90er einen Freund, einen Harry-Potter-Hagrid ohne Zottelhaare. Andy kam aus Ostfriesland, hatte ein Lachen, so brüllend und mitreißend wie die Nordsee-Brandung, Naturmuskeln mehr, als andere sich im Fitnessstudio draufschaufeln können, und er fuhr immer einen röhrenden, amerikanischen Pickup-Truck.
Und dieser Bär von einem Mann, von Natur Rockmusik zugetan, die zu seinem Gefährt passte, hörte ab einem gewissen Zeitpunkt vor allem die Musik von Seal Henry Olusegun Olumide Adeola Samuel. Dann fuhr er mich in seinem Truck rum, rauchte, und schwärmte mir zu „Kiss from a Rose“ vor, wie gut ihm Seal in letzter Zeit gefiele. Mag sein, Andy war zu diesem Zeitpunkt verliebt. Aber wenn es noch eines Beweises der übergreifenden Qualität der Songs des Mannes aus London gebraucht hatte: Hier war er.
Und wir sehen es so: Mit seinem Hit „Kiss from a Rose“ konnten wir Mitte der 90er-Jahre sogar „Batman forever“ etwas Positives abgewinnen. Gut, Seals Ehe mit Heidi Klum erscheint da eher wie die Fortsetzung „Batman & Robin“ – aber Seal Henry Olusegun Olumide Adeola Samuel hat mit 30 Millionen verkaufter Alben, vier Grammys und seiner unverwechselbaren Stimme einen festen Platz in der Pop- und Soulwelt. Unser Hitfavorit bleibt „Killer“ von 1989 mit Adamski.