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Soraya

Sting holte sie für seine Tour als Vorgruppe, Deutschlands Talentsucher Nr. 1, Jürgen von der Lippe in seine Sendung – was kann bei solchen Empfehlungen noch schief gehen? Jeder, der in Sorayas Debüt „On Nights Like This“ (Mercury) hineinhört, wird sofort sein letztes Hemd verwetten, daß die Karriere der 27jährigen Kolumbianerin so traumhaft sein wird, wie schon ihr Einstieg ins Musik-Business. Die K!N trafen die Hobbyköchin (spanische Familienrezepte) in Hamburg.Und unbedingt vormerken: Im Sommer sind weitere Life-Auftritte geplant.

K!N: Soraya, mit diesem Namen muß man Künstlerin werden, oder?

Soraya: Ja, gottseidank, ich mußte nicht lange suchen. Ich verdanke ihn der Familie meiner Großmutter, das waren arabische Christen, und er bedeutet „guter Fürst“.

K!N: Wann hast du gemerkt, daß du Musikerin werden willst?

Soraya: Oh, ich erinnere mich genau: Bei einem Familientreffen spielte einer meiner Cousins Gitarre, schöne, traditionelle Musik. Die anderen Kinder tobten herum, nur ich saß da, starrte ihn an und wußte „Das kann ich!“.

K!N: Und wie bist du auf die Bühne gekommen?

Soraya: Im College spielte ich mit einigen Bands. Aber ich fühlte, daß ich noch nicht so weit war. Erst 1994 ging ich mit meiner Gitarre zu Polygram und spielte meine Musik vor – und sie mochten sie.

K!N: Das war alles?

Soraya: Ja, eine unglaubliche Geschichte. Für mich heißt Erfolg, die Gelegenheit zu haben: Eine Tür steht für ein paar Sekunden offen, aber du mußt hindurchgehen. Wenn du deine Schuhe nicht geschnürt hast, ist’s vorbei. Ich habe die richtige Zeit abgepaßt, die Tür war auf und – boom – war ich drin!

K!N: Deine Songs sind sehr emotional und persönlich. Du hast auch ein Lied über den Tod deiner Mutter geschrieben …

Soraya: Ja, meine Musik ist sehr intim, der Zuhörer wird zu einer Art Voyeur. Aber das stört mich nicht. Ich präsentiere den Song so, wie ich mich in dem Moment fühle – das bestimmt, wie weit ich gehe. Und ich möchte, daß sich das Publikum daraus nimmt, was es mag. Ich will keine Interpretation vorschreiben.

K!N: Ein Blick nach vorn: Was siehst du?

Soraya: Neue Songs, ein neues Album, Konzerte … „just keep that machine going“.

K!N: Und womit ölst Du die „Maschine“?

Soraya: Ich nehme mir Zeit für mich. Wenn ich abends ins Bett gehe, frage ich mich: Habe ich jeden gut behandelt? Sollte ich mich bei jemandem entschuldigen? Waren die anderen gut zu mir? Ich glaube, man wächst nur, wenn man wirklich ehrlich zu sich selbst ist.

Interview: Bärbel Pfannerer