URBANE KULTUR

Spargel, eine mehrjährige Kultur

Spargel
Spargel ist aus der deutschen Esskultur nicht mehr wegzudenken FoodieFactor via pixabay.com

Doch was versteht man bei Spargel mit dem Begriff „Kultur“?

Eines steht fest: Spargel zählt schon lange zur deutschen Esskultur. Er gilt bei Hobbyköchen wie auch Gourmet-Experten nach wie vor als „königliches Gemüse“, wie er früher genannt wurde. Die vielfältige und vor allem leichte Zubereitung sorgt dafür, dass ein unverkennbarer Geschmack garantiert wird. Auch werden besonders viel Sorgfalt und Feingefühl auf die Art der optischen und geschmacklichen Inszenierung des fertigen Gerichts gelegt. Doch was steckt eigentlich hinter der „Spargelkultur“ und wie fand das beliebte und nährstoffreiche Gemüse seinen Weg auf den Teller?

Die Geschichte des Spargels

Um die Herkunft und Geschichte der Spargelkultur ranken sich bis heute einige Mythen. Fakt ist: bereits historische Persönlichkeiten wie die ägyptische Pharaonengattin Nofretete oder König Ludwig XIV. sollen als große Spargelfans gegolten haben. Die Geschichte reicht weit zurück: bereits vor 4000 Jahren sollen Menschen damit begonnen haben, Spargel als Lebensmittel zu kultivieren. Das Gemüse soll ursprünglich aus Vorderasien stammen und vor tausenden von Jahren von Chinesen auch als Heilmittel eingesetzt worden sein, ehe es seinen Weg in die westliche Welt machte.

So sollen es die alten Römer gewesen sein, die den Spargel nach Europa gebracht haben sollen. Noch eher unbekannt, wurde Grünspargel zunächst als Heilpflanze angesehen und angebaut. So war er oft in den Kloster- und Apothekergärten der Mönche aufzufinden, die seine gesunden und wohltuenden Eigenschaften besonders zu schätzen wussten. Erst einige Jahrhunderte später kam er dann auch auf deutsche Esstische, womöglich ab dem 16. Jahrhundert. Ab dem 19. Jahrhundert baute man neben Grünspargel auch weißen Spargel an – der Einzug in die heutige Esskultur war somit besiegelt.

Spargel und der Begriff „Kultur“

Spargelgemüse gehört zur heimischen Esskultur dazu, wie Sauce Hollandaise zum fertigen Spargelgericht. Das Lieblingsgemüse vieler wird nämlich als „mehrjährige Kultur“ bezeichnet. Denn: Spargel kann nämlich erst ab dem dritten Standjahr geerntet werden, da die beiden Jahre zuvor der Bodenpflege und -vorbereitung dienen. Für die Spargelkultur ist nämlich ein lockerer, sandiger und humusreicher Boden wichtig. Das ist auch der Grund, wieso das Hauptaugenmerk in den ersten beiden Jahren nur auf den Boden gelegt wird. Dies deutet auf das Vorhandensein einer reichen Boden- und Anbaukultur hin, auf die viele heimische Landwirtschaften besonders stolz sind. Was einige vielleicht unterschätzen: der Anbau von Spargel ist keineswegs unkompliziert, im Gegenteil. Um Spargel am Feld anzubauen, bedarf es neben der langjährigen Vorbereitung, vor allem viel Arbeit und Mühe. Auch darf es an einer ausreichenden Bodenkenntnis nicht fehlen, wenn man sich an das „königliche Gemüse“ macht.

Wo genießt sich Spargel am besten

Experten schätzen vor allem den unverkennbaren Geschmack von feldfrischem bzw. gerade geerntetem Spargel. Am besten schmeckt er, ob weiß oder grün, noch immer in ländlichen Regionen. So nah wie möglich zum Ursprung, ist hierbei die Devise. Viele Restaurants bieten Spargel deshalb nur saisonal an, um auch die bestmögliche Frische zu gewährleisten. Im Idealfall kann man ihn aber direkt am Hof, wo er angebaut wird, genießen – denn hier wird der Spargel frisch vom Feld zu Tisch gebracht. Auch wenn alle gängigen Supermarktketten Spargel anbieten und über eine gute Auswahl verfügen, lässt sich ein Qualitätsunterschied spätestens hier erkennen. Es gilt: je näher man zum Anbaugebiet des Spargels kommt, desto größer das Geschmackserlebnis.

Tatsache is(s)t: Spargel ist und bleibt ein wichtiger Bestandteil der deutschen Ess- und Anbaukultur und erfreut sich weiterhin großer Beliebtheit. Heute ist er allenfalls als wahre Kulturpflanze in vielen Ländern beheimatet und wird nach wie vor als ein „königliches Gemüse“ geschätzt

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