KULTUR

Spielkultur und Legalität – die Entdeckung ungeahnter Grauzonen

Man sieht die Hände von zwei Personen an einem Casino-Tisch, auf dem Spielkarten und Pokerchips liegen.

Gerade im Glücksspiel sind die Grenzen zwischen legalen und illegalen Spielangeboten über Jahre hinweg verschwommen gewesen. Auch mit neuen, klaren Regelungen bleibt bei vielen Glücksspielern die Unsicherheit.

Weshalb uns Glücksspiel so fasziniert

Mal eben eine Sportwette abgeben oder an einem virtuellen Spielautomaten zu drehen, ist als Teil der urbanen Kultur längst etabliert. Auch wenn das Thema Spielen in unseren News aus der Kulturszene selten zur Sprache kommt, prägt es den Alltag von Kulturfreunden im ganzen Land. Das Spielverhalten ist jedoch nicht immer unkompliziert, womit nicht das Risiko einer Spielsucht gemeint ist.

Der besondere Nervenkitzel durch die Unsicherheit eines Gewinns regt unser Gehirn an. Wir alle reagieren positiv auf eine Belohnung, die bei einer Sportwette oder einem Glücksspiel kommen kann, aber nicht kommen muss. Gerade dieser Schwebezustand weckt unser Gehirn, es doch wieder zu versuchen und endlich wieder auf der Seite der Gewinner zu stehen. Eine gewisse Selbstdisziplin ist zu empfehlen, letztlich soll der Spielspaß im Vordergrund stehen.

Wie Spielen zur illegalen Aktivität wird

Über Jahre hinweg bewegte sich die Abgabe von Sportwetten oder die Teilnahme in Online-Casinos am Rande der Illegalität. Da in Deutschland alleine der Staat eine Glücksspiellizenz innehatte, war die Teilnahme an solchen Spielangeboten faktisch illegal. Eine schwierige Situation in einer Zeit, in der große Casinos und Wettanbieter über im Internet oder auf den Trikots der Fußballstars für sich warben.

Auch nach dem neuen Glücksspielvertrag in Deutschland 2021 sind nicht alle Fragen eindeutig geklärt. Bekannte Plattformen wie das Wunderino Online Casino mit Sitz in Malta können von deutschen Kunden aufgerufen werden, Bonus-Aktionen für Neukunden machen auf sich aufmerksam. Allerdings ist es unwahrscheinlich, dass dieses Wettangebot legal ist, da die Plattform keine deutsche Lizenz aufweist.

Zwar werden seit 2021 Lizenzen vom Staat vergeben und erlauben es, privaten Anbietern am deutschen Glücksspielmarkt teilzunehmen. Nicht jeder Anbieter möchte jedoch zum Lizenznehmer werden, was natürlich mit Zahlungen an den deutschen Staat verbunden ist. Viele berufen sich weiterhin auf die EU-Dienstleistungsfreiheit, die ähnlich wie die Kunstfreiheit und weitere Werte auf unserem Kontinent fest verankert sind.

Folgen für Spieler richtig abschätzen

Da es Strafen für illegales Spielen geben kann, sollten Spieler in aller Ruhe auf die Nutzungsbedingungen einzelner Plattformen schauen. Gerichtsurteile trennen hierbei mittlerweile zwischen Anbietern von Sportwetten und Casinos, der Einzelfall und die Formulierung der Nutzungsbedingungen können juristisch den Ausschlag geben.

Die Lizenzierung aus staatlicher Hinsicht legt primär den Fokus auf einen Schutz des Bürgers. Ein sicheres digitales Spielen soll durch die Vergabe von Lizenzen gewährleistet werden. Erneut ist die Eigenverantwortung gefragt, der sich manche Spieler zu wenig stellen. So können tatsächlich illegale Spielangebote auf Einzahlungen ahnungsloser Nutzer hoffen, die jedoch nie Geld ausgezahlt bekommen. Sitzt der Anbieter nicht in Deutschland oder der EU und ist das Impressum nicht korrekt, gibt es kaum eine Chance, den erlittenen Verlust auszugleichen.

Wer das Spiel mit dem Glück als persönliche Lebenskultur pflegt, sollte sich neben unseren Büchern und kulturellen Medien mit aktuellen Veröffentlichungen zu diesem Thema befassen. Für das Spiel selbst ist nur die deutsche Lizenzierung der juristische Idealweg.

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