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Stefan Wimmer: Das große Bilderbuch der Vulkanvaginas

„Der Bärnd … – der is vor mir rumg’robbd! Der Bärnd hat g’fleht: ,Anastacia, verlass mich nicht! Anastacia, du bist die Oinz’ge!‘ Aber der hat sei’ Chonz’ verspielt!“ „Ich versuchte mir vorzustellen, wie Bernd Eichinger weinend und schwach vor Anastacia auf dem Boden rumgerobbt war, aber …“ Stefan Wimmer ist zurück, der letzte Macho unter den deutschsprachigen Schriftstellern mit Begabung zum Humor.

Erneut schickt er seinen Münchner Helden Ingo Falkenhorst ins Geschehen, das sich diesmal – leider – ausschließlich um die Welt der Frauen dreht. Von frühen Erfahrungen mit Natascha, einer „Pasinger Königin“ in der Mitte der 1980er, über Lilly, die er auf einer Grillparty an der Isar mit einem forschen „Wann packen wir’s mit der Heirat?“ anbaggert, bis hin zur eingangs zitierten Senorita Anastacia Quinonez reichen seine Geschichten, die mal haarsträubend absurd, mal abgrundtief traurig verlaufen, nie aber zur dauerhaften Zufriedenheit des Helden.

Falkenhorst, den Lesern schon aus dem Roman „Der König von Mexico“ bekannt, arbeitet als Redakteur bei Lifestylezeitschriften oder als Freier für den Rundfunk. Das prädestiniert ihn dafür, die Augen aufzuhalten und uns die Welt zu schildern, die er sieht. Und wenn es sein muss, dann auch diese Details: „Das Zeug, das aus meinem Penis lief, war grün, in manchen Teilen auch safrangelb.“ Genug davon! „Das große Bilderbuch“ krankt nicht an einer Geschlechtskrankheit, ihm fehlen Töne jenseits des Privaten. So sehr, dass man dankbar jeden Überfall auf den Helden mitnimmt, weil dann der Berufsstand des Räubers für Abwechslung sorgt. jw

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