MUSIK

Steve’n’Seagulls: Von wegen Gimmick

Wir schreiben das Jahr 2014: Fünf Finnen laden in einer Bierlaune ihr Bluegrass-Cover von AC/DCs „Thunderstruck“ auf YouTube hoch und feiern damit einen Überraschungserfolg – so wird es zumindest erzählt. In Wahrheit ist das natürlich eiskaltes Kalkül, zu raffiniert ist das Image – die Hüte, der Amboss als Percussion – und zu virtuos das Banjo als Leadgitarre. Mittlerweile besteht keine Frage mehr, nach drei Alben mit zunehmendem Eigenkompositionsanteil haben sich Steve’n’Seagulls längst als Hitgaranten etabliert, ganz ohne Cover, das Image mehr Formsache als Unique Selling Point.

Steve’n’Seagulls: Längst nicht nur eine Cover-Band

Denn dass die Band noch immer Streaming-Quoten in Höhe der Hunderttausend erreicht, liegt nicht etwa bloß daran, dass sie sich so wahnwitzigen Projekten verschreiben, wie „Master of Puppets“ in Bluegrass zu übersetzen. Ihr Erfolg ist ihren Fähigkeiten als Musiker, Arrangeure und Songwriter geschuldet. Das beweisen Steve’n’Seagulls auch auf ihrem vierten Album „Another Miracle“ erneut mit ihren Eigenkompositionen, ganz zuvorderst die Single „Sweet Maria“, das ihr euch samt Video oben auf unserer Seite anhören könnt.

Auf „Sweet Maria“ bewegen sich Steve’n’Seagulls erneut im Spannungsfeld zwischen Classic Rock, dem Heavy Metal der 70er-Jahre sowie traditionellem Bluegrass und Country: eine eingängige Melodie trifft auf einen hymnischen Chorus und die besondere Prise Humor – eben die Mischung, mit der Steve’n’Seagulls als Newcomer für Aufsehen gesorgt haben.