FILM

„Stillwater“ auf DVD: Matt Damon will seine Tochter befreien

Bill Baker (Matt Damon) ist ein Bohrarbeiter aus dem Ort Stillwater in Oklahoma, der sich von Job zu Job hangelt. Seine Tochter, die Auslandsstudentin in Marseille war, sitzt dort seit fünf Jahren wegen Mordes an ihrer Freundin Lina im Gefängnis, beteuert aber weiterhin ihre Unschuld. Als Bill sie besucht, bittet Allison ihn, ihrer Anwältin einen Brief zu überreichen. Doch die Anwältin sagt ihm, nichts mehr für seine Tochter tun zu können. Bill wird selbst aktiv. Das ist die Ausgangslage von „Stillwater“, der jetzt auf DVD und Blu-ray erscheint.

Die Monate vergehen, Allison ist zunehmend verzweifelt, und nach einem Tag Freigang, den sie mit ihrem Vater am Meer und Bills Freundin, der Schauspielerin Virginie (Camille Cottin), verbringt, unternimmt sie im Gefängnis einen Selbstmordversuch. Bill weiß, dass er unbedingt eine Lösung finden muss; diese Lösung aber macht jegliche Annäherung des Arbeiters aus den USA an das Bildungsbürgertum Frankreichs zunichte.

Tom McCarthy hat mit den Aufnahmen mitten in Marseille wunderbare Bilder kreiert. Beengte Gassen voller Graffiti an den Hauswänden wurden von Kameramann Masanobu Takayanagi so intensiv eingefangen wie die Natur außerhalb der Hafenstadt, als Bill mit seiner Tochter einen Ausflug unternimmt. Ebenso kommt das Bildungsbürgertum mit seinen Terrassen hoch über dem Meer zur Geltung, wo Virginie verkehrt, Bill sich aber sichtlich nicht wohl fühlt. Im Gegenzug wendet Virginie sich angeekelt ab, wenn Bill selbst mit verbohrten Rassisten in heruntergekommenen Vierteln ins Gespräch kommt, um den Fall aufzuklären. Die Stadt prägt den Film in allen Aspekten – von der Gefängnismauer bis zum Blick in die Meeresbucht. Matt Damon, der seine Rolle des Bill komplett unterspielt, steigert diesen Blick an seinem Gesicht vorbei mit jedem Streifzug durch Marseilles Straßen und Gassen.

Der Thriller war Tom McCarthys Ausgangsgenre für diesen Film. Ganz nebenbei ist „Stillwater“ auch das. Der letzte Twist wird übrigens schon ganz zu Beginn und sehr unscheinbar angekündigt. Und obwohl er das US-patriotische Ende des Films wunderbar konterkariert, ist dieser Twist irgendwie eine Wendung zu viel.

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