Strom und Drang

Von Michael S. Bendix

Das Debüt von Alex Crossan alias Mura Masa war 2017 weniger Album als mixtapeartige Demonstration seiner Produzentenfähigkeiten. Nach der von A$AP Rocky, Charli XCX oder Damon Albarn unterstützten Wundertüte schlägt Crossan den Bogen nun zurück zu seinen analogen Anfängen: Weit bevor er durch Hudson Mohawke zur elektronischen Musik fand, spielte der 23-Jährige sowohl in Hardcore- als auch Gospel-Bands. Wer diesen Hintergrund nicht kennt, wird überrascht sein, dass sein zweites Album keine Clubhymnen enthält, sondern entschlackten Emo-Gitarrenpop. Crossan wird vom Beatverwalter zum Storyteller, und er verfolgt gar einen konzeptuellen Ansatz: „R.Y.C.“ – kurz für „Raw Youth College“ – dreht sich dem Titel gemäß um die Erfahrungen der Adoleszenz. Als Gäste tummeln sich auf den Stücken diesmal nicht die ganz großen Namen, aber viele, auf die es im neuen Pop-Jahrzehnt ankommen wird: Unter anderem Rapper slowthai, Elektropop-Erneuerin Tirzah, Indie-Newcomerin Clairo oder Dancepop-Produzentin Georgia sind auf „R.Y.C.“ zu hören. msb

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