Téa Leoni (Film “Deep Impact”): INTERVIEW

Wenn Sie diesen Text lesen, sind wir alle schon tot. Denn der Komet kommt, und die Flutwelle, die sein Aufprall auslöst, schwemmt leider die US-Ostküste, Europa und Westafrika weg. Besonders schade natürlich für Téa Leoni, denn nach diversen Serien-Verpflichtungen und Nebenrollen konnte sie ihre erste Hauptrolle ergattern. In „Deep Impact“ (seit 14. Mai) gibt sie die vorgeblich abgebrühte TV-Reporterin Jenny Lerner, die der fassungslosen Nation die Arrangements für den Weltuntergang verkündet.

KULTUR!NEWS: Téa, haben Sie selbst schon Naturkatastrophen miterlebt?

Tea Leoni: Ich lebe in Kalifornien, und da haben wir jede Menge davon. Das Erdbeben von 1994 war die furchterregenste Erfahrung, die ich bisher mitgemacht habe, obwohl ich an der Ostküste aufgewachsen bin, wo es Hurricanes gab. Aber das fand ich damals als Kind einfach aufregend.

K!N: Was hat Sie an der Rolle der Jenny besonders berührt?

Leoni: Meine Rolle war die einer Frau, die den Kometen nötig hat. Was sie in ihrem Leben als wichtig erachtet, ihre Werte, ihr Ehrgeiz: Alles stellt sich als so ignorant heraus. Erst sehr spät in ihrem Leben wird ihr bewußt, daß sie ihrem Vater sagen muß, daß sie ihn trotz allem liebt. Ich bin froh, daß dieses Ereignis ihr diese Einsicht verschafft. Ich war schon ganz besorgt, daß sie es nicht packen würde.

K!N: Will uns der Film mit Jennys Schicksal auch etwas sagen?

Leoni: Vielleicht sprechen Leute ja darüber, was sie aus ihrem Leben gemacht haben. Würdest du dasselbe tun, wenn du wüßtest, daß du noch ein Jahr hast? Mich hat es zum Nachdenken darüber gebracht, ob alle meine Beziehungen klar sind. Wissen alle Menschen, die ich liebe, daß ich sie liebe? Und wenn nicht, möchte ich das gleich in Ordnung bringen und nicht auf einen Kometen warten müssen.

K!N: Waren Sie sicher, mit Ihren Filmeltern mithalten zu können? Das sind immerhin Vanessa Redgrave und Maximilian Schell …

Leoni: Mein Gott, ich war sehr nervös! Bei Vanessa machte ich mir besondere Sorgen, denn unsere Beziehung im Film hatte von Anfang an sehr eng zu sein. Ich war nicht einmal sicher, ob ich sie überhaupt berühren sollte – das ist schließlich Vanessa Redgrave! Ich gehe das besser sachte an, dachte ich. Als ich sie dann aber traf, umarmte sie mich kräftig, und ich war so froh …

Interview: Rolf von der Reith

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