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Batwoman kämpft im viktorianischen London

Science Fiction? Fantasy? History? Die Serie The Nevers (Start am 12.4. auf Sky) bietet einen bunten und vor allem: gelungenen Mix aus allen Genres.

Showrunner Joss Whedon (zu ihm gleich noch mehr) wollte von Anfang an einen weiblichen Batman im viktorianischen London etablieren. Und wirklich: Wenn Ende des 19. Jahrhunderts ein kleiner motorisierter Rennschlitten das Fluchtgefährt ist, das aus einer Kutsche springen und davonfahren kann, erinnert das doch sehr einen frühen Protoytpy des Batmobils. Erfinderin des Flitzers ist Penance Adair (Ann Skelly), die gemeinsam mit der Witwe Amalia True (Laura Donnelly) ein Waisenhaus betreibt, in dem aber keine Waisen wohnen, sondern sogenannte „Berührte“. Die sind vor allem Frauen – ein paar Männer sind auch dabei –, die besondere Fähigkeiten besitzen, davon aber noch nichts wissen.

Penance und Amalia kennen ihre Stärken bereits, haben sich eine Stellung in der Londoner Gesellschaft erworben und kämpfen gegen Mächte, die noch keiner durchschaut. Maladie (Amy Manson) ist ihre erste Gegenspielerin, die wie der Joker, einer von Batmans Gegnern, im Untergrund lebt und brutale Morde begeht. „The Nevers“ ist – trotz aller comichaften Bezüge im Plot – eine Serie mit genau ausgeleuchteten Charakteren. Action und ruhige Erzählstränge halten eine Balance, die wichtig ist für die gesamte Serie.

Verantwortlich dafür war Showrunner Joss Whedon sowie seine Nachfolgerin, die Drehbuchautorin Philippa Goslett. Goslett hatte Whedon mitten in der Produktion ersetzt, nachdem Details zu Whedons missbräuchlichem und toxischem Verhalten am Set unterschiedlichster Serien und Filme bekannt geworden waren. Whedon, der als Showrunner der Vampir- und Dämonenserie „Buffy“ als Ikone der feministischen Popkultur galt, wurde in den vergangenen Monaten regelrecht von seinem Sockel geholt. jw

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