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The Responder: Martin Freeman als Cop zwischen den Fronten

Er fährt allein Streife durch Liverpool, ohne Partner, die Kolleginnen und Kollegen bemitleiden ihn oder fordern seine komplette Entlassung: Chris (Martin Freeman, „Der Hobbit“, „Sherlock“) steht kurz vor dem Zusammenbruch. Die Psychotherapeutin will die Therapie absetzen, obwohl er seine Probleme deutlich schildert, seine Streifenfahrten sind eine Qual, weil er den üblichen Verdächtigen helfen will, anstatt sie einfach einzubuchten. Die Serie The Responder (ab sofort auf Magenta TV) würde wirklich nur runterziehen, wenn nicht Action zwischendurch die mehr als depressiv anmutenden Streifenfahrten aufmischen würde. Dass eine Frau ihn betrügt, vermutet Chris nur, aber er hat Recht mit dem Verdacht. Sein Helfersyndrom bringt Chris endgültig in Schwierigkeiten, als er einer der drogensüchtigen Casey hilft, weil sie ihrem Dealer eine Sendung Kokain geklaut hat. Von nun an hat Chris den Dealer Carl an der Backe.

Als Chris eine neue Partnerin im Streifenwagen kriegt, macht die Situation eher komplizerter als einfacher. Dass er das Pflegeheim seiner Mutter nicht bezahlen kann, setzt ihn zusätzlich unter Druck. Dann findet er das von Casey geklaute Kokain …

Martin Freeman spielt den zutiefst Leidenden in allen Facetten perfekt. Der Schmerz hat sich längst in die Faltenstruktur des Gesichts eingegraben, sein Gang ist schleppend, die Bürde, die er tragen muss, fast sichtbar. Die Geschichte wurde von Tony Schumacher geschrieben, einem ehemaligen Polizeibeamten, der damit sein Leben autobiografisch-fiktional verarbeitete. Wie die Kamera immer wieder fast schon dokumentarisch den „Helden“ begleitet, ist dieser Tatsache geschuldet. Aber, wie gesagt: The Responder ist mehr, die Serie ist auch ein Thriller, ein verdammt guter zudem.

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