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Thrillerserie „The Undeclared War“ auf Sky und Wow

Die Thrillerserie „The Undeclared War“ zeigt einen Cyber-Krieg zwischen England und Russland. Jetzt auf Sky und Wow, hier die Details.

Die brillante Informatikstudentin Saara Parvin (Hannah Khalique-Brown) hat ein Jahrespraktikum beim britischen Aufklärungsdienst Government Communications Headquarters (GCHQ) ergattert und tritt dort zu Beginn der Thrillerserie The Undeclared War (jetzt auf Sky Q und Wow) ihren Dienst an, als eine Cyber-Attacke zunächst alle Systeme des GCHQ und dann das halbe Internet Englands lahmlegt. Die meisten Banken sind ausgeschaltet, auch die Geldautomaten, die Flugzeuge bleiben auf dem Boden, und viele große E-Mail-Provider sind down. Die Social Media hingegen laufen wie gewohnt. Im GCHQ laufen alle Rechner auf Hochtouren, die Menschen vor den Bildschirmen sowieso. Das Ziel: Den Virus analysieren und unschädlich machen.

Die Serie The Undeclared War verhält sich für eine Thrillerserie äußerst untypisch: In den ersten beiden Folgen steht Saara Parvin im Zentrum aller Handlungen – sie macht als Anfängerin sogar den Virus hinter dem Virus ausfindig. Ihre Familie – der sie in allem unterstüztende Vater und die ständig kritisierende Mutter mit ihren toxischen Unterdrückungsversuchen – ist aber auch stark in der Erzählung verankert. Die Mutter treibt sie einerseits aus dem Haus, andererseits kommt sie aus schlechtem Gewissen ihrem kranken Vater gegenüber immer wieder zurück. Diese Nebenhandlung entschleunigt die Serie zunächst ungemein, bis ein früherer Kommilitone Saaras ganz plötzlich in den Mittelpunkt der Handlung rückt und The Undeclared War eine ganz neue Wendung nimmt.

The Undeclared War ist eine Near-Future-Serie: Wir schreiben das Jahr 2024, es sind nur noch wenige Tage bis zu den Parlamentswahlen, die durch den Cyber-Angriff in Gefahr sind. Boris Johnson ist vor 15 Monaten von einem Widersacher aus der eigenen Partei gestürzt worden. Adrian Lester spielt den ersten Schwarzen in der Downing Street, der gegen Russland als vermuteten Verursacher des Cyber-Angriffs hart zurückschlagen möchte.

Saara Parvin entwickelt sich zum schlauestem Kopf im Malware-Analyseteam und macht sich dadurch viele Feinde. Aber wozu braucht es einen Exkurs in die Vergangenheit des britischen Aufkärungsdienstes bis zurück nach Bletchley? Auch wenn Oscargewinner Mark Rylance (für die Nebenrolle in „Bridge of Spies – Der Unterhändler“) hier als Faktotum im GCHQ hervorragend aufspielt: Dieser Exkurs war nicht nötig. So aber verliert sich die Serie ständig. Dabei hat sie gute Einfälle: Zum Beispiel liefert sie eine wirklich originelle Visualisierung der langweiligen Suche nach bösen digitalen Codes. Saaras stundenlanges Starren auf den Bildschirm wird immer wieder als Suche in den langen Gängen eines Archivs, als montonenes Werfen eines Balls gegen die Wand oder als Absuchen eines leeren Raums dargestellt. Dadurch wird eine Handlung, die ins Digtiale geht, überhaupt erst sinnlich wahrnehmbar und so Bestandteil der Dramaturgie der Serie.

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