MUSIK

Thomas Dutronc: Frenchy

Thomas Dutronc

Schon der Titel des Albums macht eigentlich klar, was Phase ist: Auf Album Nummer fünf nimmt sich der französische Sänger und Gitarrist Thomas Dutronc die Klassiker der französischen Popmusik vor und interpretiert sie als swingende Jazztunes neu. Édith Piafs „La Vie en rose“ wird als geschmeidig-seichte Jazzballade neu zum Leben erweckt, Daft Punks „Get lucky“ erklingt als Crooner-Hymne, und Nicole Croisille und Pierre Barous „Un Homme et une Femme“ schwingt beseelt vor sich hin. Allgemein schwingt ziemlich viel auf diesem Album – und genau darin liegt auch das Problem: So authentisch Dutronc sich den Sound der 30er- und 40er-Jahre zu eigen macht, so wenig gelingt es ihm, die einzelnen Stücke individuell auszugestalten und voneinander abzugrenzen. Nach 14 Songs und mehr als 40 Minuten schnippt der Finger zwar noch mit – aber wozu eigentlich? Zu einem differenzierten Klangerlebnis trägt auch die Unterstützung so prominenter Kolleg*innen wie Diana Krall, Iggy Pop, Youn Sun Nah und Jeff Goldblum nicht bei. sg

Frenchy ist kürzlich via Blue Note / Universal Music erschienen.