URBANE KULTUR

Thomas Melle bringt „Ode“ am Schauspiel Köln erneut auf die Bühne

Thomas Melle: „Ode“ am Schauspiel Köln
Thomas Melle: „Ode“ am Schauspiel KölnFoto: © Krafft Angerer

Schriftsteller und Dramatiker Thomas Melle hat für das Schauspiel Köln seinem Stück „Ode“ ein Update für 2021 verpasst. Premiere ist am 17. September. Damals schrieb kulturnews zur Premiere am Deutschen Thater Berlin: „Für seine existenziellen Fragen ist Autor Thomas Melle bekannt: Ausgehend von der Idee, Kunst sei dazu da, Gedanken und Ängste frei ausdrücken zu dürfen, versetzt Melle die menschliche Ordnung in Aufruhr und Chaos. Wenn Bürgerwehren patrouillieren, Aussagen kontrolliert und Menschen überwacht werden, zerreißt eine Gesellschaft, die sich auf demokratische Grundwerte beruft.“

Thomas Melle: Wie systemrelevant ist Kunst?

Das Update erscheint zwingend sinnvoll, denn der gesellschaftliche Streit um Aufgaben, Freiheit und mögliche oder unmögliche Grenzen der Kunst, der von mehreren Seiten identitätspolitisch geführt wird, hat sich seitdem nur noch mehr zugespitzt. Darf Kunst alles? Wer kann für wen sprechen? Muss Kunst sich positionieren? Melle lässt sie alle aufeinanderprallen: die Großkünstlerin, die Leute, die es, nicht ertragen, wenn Kunst nicht eindeutig ist in ihrer Aussage, der Regisseur, der nur noch das abbilden soll, was er selber erlebt hat. Kann man die Kunst kontrollieren? Sollte man das denn überhaupt? Und warum? Was macht das mit der Demokratie?

Schauspiel Köln: Land und Leute und Liebe

Thomas Melle ist aber Gott sei Dank kein Ideologe, sondern witzig und – das wird den Feinden der Uneindeutigkeit nicht gefallen – auch widersprüchlich. Melle liebt Land und Leute und die Kunst erst recht. Deswegen ist „Ode“ trotz aller Kritik am aktuellen gesellschaftlichen Diskurs und dem qualitativ steil abfallenden Debattenniveau eine Liebeserklärung.

Termine und Tickets gibt es auf der Website des Theaters.

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