FILM

TV-Tipp: „Toni Erdmann“ gibt sich die Ehre

Wie wäre es, einem eigentlich vertrauten Menschen noch einmal als Fremder begegnen zu können? Der Musiklehrer Winfried (Peter Simonischek) setzt dieses Gedankenspiel in die Realität um, als er seine Tochter Ines (Sandra Hüller) besucht, die in Bukarest an einer Karriere als Unternehmensberaterin arbeitet. Nach einigen halbherzigen Versuchen, ihren Vater in ihren straffen Alltag zu integrieren, tritt Winfried scheinbar den Heimweg an. Doch schon kurz darauf erscheint er wieder auf der Bildfläche – und stellt sich Ines mit falschen Zähnen und schiefer Perücke als Toni Erdmann vor …

Gleich dieses erste Zusammentreffen steht exemplarisch dafür, wie Regisseurin Maren Ade den Zuschauer fast drei Stunden lang zwischen verschiedenen Gefühlslagen pendeln lässt: ein unangenehmer, tragischer, zugleich absurd komischer Moment. Danach reiht sich Höhepunkt an Höhepunkt: Ob Ines auf einer Party von Toni Erdmann gedrängt Whitney Houstons „The greatest Love of all“ schmettert oder sie beim steifen Kollegenbesuch eine spontane Nacktparty initiiert: So herausragend war in den letzten Jahren kaum ein deutscher Film – und auf der ganzen Welt ein Hit und Sympathieträger!

„Toni Erdmann“ läuft am Mittwoch um 20:15 Uhr auf Arte.

Für alle, die dieses Highlight verpasst haben: Der Film ist bis 4. August in der Arte Mediathek verfügbar.