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TV-Tipp: „Tao Jie – Ein einfaches Leben“

Jahrelang hat Tao Jie bei einer reichen Familie als Dienerin gearbeitet. Als sie einen Schlaganfall erleidet, kehrt sich das Verhältnis um …

Tao Jie
Foto: 2012 Bona Entertainment Company/Nelson Lik-wai Yu

40 Jahre lang hat Tao Jie (Deanie Yip) bei den reichen Leungs in Hongkong als Dienerin gearbeitet und drei Generationen an Kindern großgezogen. Seit die Familie nach Amerika ausgewandert ist, kommt nur noch ab und an Roger (Andy Lau) vorbei, wenn der Filmproduzent in der Stadt zu tun hat. Tao Jie kocht ihrem Ziehkind dann sein Essen, wäscht seine Wäsche, verrichtet still und beflissen ihre Arbeit. Als Tao Jie einen Schlaganfall erleidet, kehrt sich das Verhältnis um. Nun kümmert sich Roger um seine Ersatzmutter …

Ann Hui erzählt in ihrem unaufgegeregt mäandernden Film von einem gelebten Solidarvertrag zwischen den Generationen, davon, dass man zurückgibt, was man an Zuwendung erfuhr, wenn die Zeit gekommen ist, solange wie eben nötig. Die Geschichte verweilt dabei etwas oft an Nebenschauplätzen wie Rogers Arbeit und ist etwas lang geraten. Die ruhigen Bilder des engen Altenheims, von Rogers Wohnung oder den verschlungene Gassen der Metropole korrespondieren dabei aber gut mit dem Erzählstil und der Geisteshaltung des ganzen Films: Verweile, nimm dir Zeit, schenke Achtsamkeit. Der feine Humor kommt so zum Tragen: Der pragmatisch gekleidete Roger wird erst für einen Klimatechniker gehalten, dann für einen Taxifahrer – worauf er entgegnet, er sei doch Klimatechniker.

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