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Vagabon: Vagabon

Mit ihrem selbstbetitelten Zweitling wagt sich Vagabon weiter in elektronische Gefilde vor.

Wenn man ihrem Debütalbum „Infinite Worlds“ etwas hätte vorwerfen wollen, dann, dass schrammelige Gitarren und experimentierfreudige Elektronik manchmal etwas verbindungslos nebeneinander standen – auch wenn Laetitia Tamko alias Vagabon dem DIY-Indierock zu neuer Dringlichkeit verhalf, indem sie in ihm radikal persönlich und zugleich hochpolitisch Themen wie Identität und Entfremdung verhandelte. Es ist nun die elektronische Stoßrichtung, die Vagabon mit ihrem zweiten, selbstbetitelten Album weiterverfolgt.

Mit der synthiebasierten Single „Flood“ kommt sie einem glasklaren Popsong so nah wie nie zuvor, und analog zur leichteren – nicht seichten – Klangästhetik wendet sich die Multiinstrumentalistin lyrisch vermehrt der Beziehungsebene zu, an der sie aber vor allem die Widersprüchlichkeiten interessieren: „I know even if I run from it I’m still it.“ Den Kern des Albums bildet indes ein Song, der eigentlich unscheinbar klingen müsste, tatsächlich aber heraussticht, weil er sich stilistisch am weitesten vom Rest entfernt: Das am Ende stehende „Every Woman“, in dem die Musikerin eigene Marginalisierungserfahrungen in eine berührende Solidaritätsbekundung münden lässt, bezieht seine Intensität lediglich aus einer Akustikgitarre und Tamkos Stimme.

„Vagabon“ erscheint am 18. Oktober. Hier könnt ihr das Album bei Amazon bestellen.

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