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Versteckt im hohen Gras: In der Provinz das Böse

Versteckt im hohen Gras
Versteckt im hohen GrasFoto: Image & Compagnie

Arte zeigt den psycholgischen Thriller-Dreiteiler „Versteckt im hohen Gras“ an einem Abend. In der Mediathek kann man sich mehr Zeit nehmen.

Der Dreiteiler Versteckt im hohen Gras (jetzt auf Arte und in der Mediathek) dreht sich um düstere Geheimnisse in einem kleinen Provinzkaff in Frankreich. Die Mutter des zehnjährigen Jules (Antonin Chaussoy) liegt im Koma, das Kind muss zu Lucille und Glenn ziehen. Der sensible und stille Jules, der auf dem Fußballplatz von Gleichaltrigen brutal gemobbt wird, läuft mit offenen Augen durchs Leben und bemerkt – was die Erwachsenen alle überhaupt nicht mitkriegen, weil sie zu sehr mit sich beschäftigt sind – jede Kleinigkeit im Dorfleben. Es wird geplaudert, quergevögelt, intrigiert, und alle haben irgendwelche Geheimnisse.

Doch wo ist Mounir geblieben? Der junge Mann hatte gerade noch Eve untersucht, als die Mutter von Lucille beim Pflaumenpflücken vom Baum gefallen war, jetzt fehlt der landwirtschaftliche Hilfsarbeiter schon seit zwei Tagen auf dem Bauernhof. Eve macht sich auf die Suche nach Mounir und stellt sogar einen Vermisstenantrag bei der Polizei, doch dort ist man wenig entgegenkommend. Sie macht sich selbst auf die Suche, und Maud von der Gemeindepolizei hilft ihr dabei.

Autor und Regisseur Jérôme Bonnell ist mit Versteckt im hohen Gras ein dichtes Sittengemälde eines kleinen Dorfes gelungen. Aus den Augen des kleinen Jules beobachten wir die Bewohner des Ortes, wie sie Geheimnisse austauschen oder verbergen, wie sie heimlich gegeneinander vorgehen oder Koalitionen miteinander schmieden. Niemand nimmt Jules ernst, der alles aufsaugt wir einen Schwamm. So trägt Jules auch jede Kleinigkeit zum Verschwinden Mounirs in seinem Kopf zusammen und analysiert das Vorgefallene. Schon schnell ist er den wahren Vorkommnissen auf der Spurt.

Versteckt im hohen Gras endet in der ersten Folge mit einem bösen Cliffhanger, der den psychologischen Triller zu einem echten Thriller macht. Dennoch bleibt auch in der Folge das normale dörfliche Leben zentraler Mittelpunkt der Handlung. Die ökonomische Situation in der französischen Provinz spielt dabei genauso eine wichtige Rolle wie Mutter-Tochter-Konflikte, sexuelles Begehren und soziale Ausgegrenztheit.

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