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Robin Hood der Herzen: They Owe Us mit windschiefem Indie in „Let’s rob a Bank“

Let’s rob a Bank! Die erste Single aus dem zweiten Album der schwedischen Indiehoffnung They Owe Us fängt schon mal gut an, doch Bandkopf Kristofer Ragnstam geht es bei der Bonnie-und-Clyde-Fantasie nicht etwa nur um die Umverteilung der Reichtümer. Diebstahl ist für They Owe Us eine Herzensangelegenheit.

Nicht nur wird das Geld nach dem Überfall in einer anderen Bank deponiert, es entpuppt sich im weiteren Verlauf des Songs schnell als Metapher für – ausgerechnet – Liebe. „Kann ich mir dich ausleihen, und Liebe in ein anderes Herz stecken?“, fragt die Single, untermalt von federndem Indie mit Klaviergrundierung und windschiefen Elektro-Querverweisen. Deine Liebe, meine Liebe? Eigentlich egal: Meins, deins, das sind schließlich alles bürgerliche Kategorien.

They Owe Us geht es um Befreiung, aber nicht um auserzählte Revolutionsnarrative vom besseren Morgen mit der großen Liebe an der eigenen Seite. Hier geht es zur Sache, ein vertrautes Vokabular wird umgedeutet und kaleidoskopartig gebrochen – und das alles in einer erfrischend ergebnisoffenen Experimentanordnung. In einzelnen Elementen lässt sich erkennen, welche musikalischen Eindrücke vielleicht den Ausgangspunkt für die erste Single aus dem kommenden Album von They Owe Us geboten haben: Da ist der ungestüme Indiepop des vergangenen Jahrzehnts, ein bisschen elektronische Weirdness und surreal-psychedelische Klangtexturen, wie wir sie von all denen kennen, die im Windschatten von etwa Tame Impala fahren.

Was They Owe Us jedoch hervorstechen lässt, ist schlichtweg die gute Idee ihrer neuen Single. Da ist es fast egal, wie sie verpackt ist, obwohl der klapprige Indiesound den Schweden gut zu Gesicht steht. Ein Konzept wie „Robin Hood der Herzen“ verlässt einen so schnell nicht.

Das zweite Album von They Owe Us, „Kram“, erscheint am 27. August.

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