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Vom Kitsch zum Kult: Wie der Ugly Christmas Sweater die Weihnachtszeit eroberte

Rentiere mit roter Bommelnase, blinkende Tannenbäume, ein Weihnachtsmann, der verdächtig gut gelaunt ein Bier in der Hand hält: Was vor dreißig Jahren als peinliches Geschenk der Tante ganz hinten im Schrank verschwand, gehört heute fest zur Adventszeit. Der Ugly Christmas Sweater, ehrlich übersetzt der hässliche Weihnachtspullover, hat eine erstaunliche Karriere hinter sich. Er ist Partydresscode, Spendenaktion und Popkultur-Zitat in einem. Wie konnte das passieren?
Oma strickt, Hollywood schaut zu
Gemusterte Strickpullover mit Schneeflocken, Rentieren und Tannen waren in Nordamerika und Großbritannien lange ganz normale Festtagskleidung. Man bekam sie geschenkt, man trug sie aus Höflichkeit, und spätestens im Januar lagen sie wieder in der Kommode. Ironisch gemeint war daran zunächst gar nichts.
Das änderte sich, als Film und Fernsehen den Pullover als Pointe entdeckten. Der berühmteste Auftritt gehört wohl Colin Firth: In „Bridget Jones: Schokolade zum Frühstück“ (2001) steht er als Mark Darcy beim Truthahn-Curry-Buffet am Neujahrstag in einem Pullover mit großem Rentierkopf, ein Geschenk seiner Mutter. Bridget hält ihn für einen hoffnungslosen Fall, das Publikum hat die Szene nie vergessen. Und wer mit Harry Potter aufgewachsen ist, kennt die selbstgestrickten Pullover, die Molly Weasley jedes Jahr zu Weihnachten verschenkt. Ron ist von seinem kastanienbraunen Pullover wenig begeistert, Harry ist über seinen gerührt. Viel mehr Kulturgeschichte des Weihnachtspullovers passt kaum in eine Szene.
Von der Party zur Spendenaktion
Anfang der Nullerjahre machten junge Leute in Kanada und den USA aus dem Geschenkunfall einen Dresscode: Auf sogenannten Ugly-Sweater-Partys gewinnt, wer den schrecklichsten Pullover trägt. Zuerst wurde in Secondhandläden gesucht, und als das Angebot knapp wurde, begannen Hersteller, absichtlich schrille Modelle zu entwerfen. Spätestens da war aus dem Kitsch ein eigenes Produkt geworden.
Großbritannien gab dem Trend 2012 einen guten Zweck. Die Kinderhilfsorganisation Save the Children rief den Christmas Jumper Day ins Leben: Schulen, Büros und Prominente tragen an einem Tag im Dezember Weihnachtspullover und spenden dafür. In den USA hat sich der dritte Freitag im Dezember als National Ugly Christmas Sweater Day eingebürgert, 2026 ist das Freitag, der 18. Dezember. Auch hierzulande ist der Pullover längst kein exotischer Import mehr: Auf vielen Weihnachtsfeiern gehört der Pullover-Wettbewerb inzwischen genauso dazu wie das Wichteln.
Warum wir ihn so lieben
Der Erfolg hat mit einem einfachen Mechanismus zu tun: Der hässliche Weihnachtspullover nimmt der Adventszeit den Perfektionsdruck. Wer ein blinkendes Rentier auf der Brust trägt, muss an diesem Abend niemanden mehr beeindrucken. Der Pullover ist Eisbrecher auf der Firmenfeier, Fotomotiv auf dem Weihnachtsmarkt und für Paare oder ganze Familien ein augenzwinkernder Partnerlook. Gleichzeitig spielt er mit Nostalgie: Das Muster erinnert an Omas Strickkunst, die Ironie macht es erwachsenentauglich.
Vom Wegwerfartikel zum Lieblingsstück
Mit dem Boom kam auch Kritik. Ein Pullover, den man einmal im Jahr trägt und nach einer Saison wegwirft, ist kein besonders kluger Kauf. Die Hersteller haben reagiert: Neben klassischem Acryl gibt es heute Modelle aus Bio-Baumwolle oder aus recyceltem Polyester, das aus alten PET-Flaschen gewonnen wird. Der beste Rat ist ohnehin der älteste: einen Pullover kaufen, der wirklich gefällt, und ihn jedes Jahr wieder aus dem Schrank holen.
Wer für die kommende Saison noch einen passenden Weihnachtspullover sucht, findet beim niederländischen Spezialisten UglyXmas eine große Auswahl für Damen, Herren und Kinder, von Norweger-Mustern bis zu Modellen mit eingebauten LED-Lichtern, in Größen bis 4XL und versandkostenfrei nach Deutschland.
Fazit
Der hässliche Weihnachtspullover hat geschafft, was nur wenigen Modetrends gelingt: Er ist vom Witz zur Tradition geworden. Er verbindet Filmgeschichte, Popkultur und einen guten Zweck, und er erinnert daran, dass Weihnachten nicht perfekt sein muss, um schön zu sein. Spätestens am 18. Dezember dürfen die Rentiere wieder raus.