Polizei gegen weiße Rassisten: Watchmen auf Sky

Die „Siebte Kavallerie“ hat vor drei Jahren versucht, Polizisten und ihre Angehörige zu ermorden. Die sogenannte „White Night“ der Rassisten schlug fehl, jetzt sind sie im Untergrund. Für die Polizisten wendete sich damit nichts zum Besseren. Auf der Straße agieren sie mit Masken auf den Gesichtern und verstecken damit ihre Identität. Das alles geschieht in einem liberal geführten Amerika, in dem der Präsident verordnete, dass ein Polizist erst dann schießen darf, wenn die Zentrale seine Waffe zum Gebrauch freigegeben hat. Doch die liberale Politik geht noch viel weiter: Alle ehemaligen Opfer von Rassismus sind von der Pflicht, Steuern zu zahlen, befreit. Dass diese Politik mit konsequenter, unnachgiebiger Stärke verteidigt wird, macht die Serie aus; der Riss durch die Gesellschaft zeigt sich immer wieder durch rassistische Gewalttaten. Diese in ihrer Aussage positive Dystopie ist damit fast schon so was wie die optimistische Variante der Serie „The Handmaid’s Tale“, in der ein klerikalfaschistisches Regime nahezu die Hälfte der USA an sich gerissen hat.
„Watchmen“ wurde von Damian Lindelof („Lost“, „Leftover“) im Auftrag von HBO produziert und basiert auf der gleichnamigen Comicvorlage aus den 1970ern. Allerdings spielt die Serie Jahrzehnte nach der Handlung des Superheldencomics. So wird nicht nur angedeutet, dass viele Akteure von damals bereits tot sind oder eben im Untergrund leben. Hauptakteure der Serie sind die Kriminalbeamtin Angela Abar und und Polizeichef Judd Crawford, der von Don Johnson gespielt wird. Mit ihrer Aussage trifft die Serie den Kern auch unserer Gesellschaft, in der der NSU in der Vergangenheit ungehindert über Jahre morden konnte und aktuell liberalkonservative bis linke Politiker Morddrohungen ausgesetzt sind oder von rechtsradikalen Rassisten bereits ermordet wurden. jw

„Watchmen“ ab 4. 11., 20.15, Sky Atlantic HD, außerdem auf Sky Ticket, Sky Go und Sky Q