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Wie Bronze uns Menschen veränderte

Bronze Statue
Foto. Burkard Meyendriesch/Pexels

Bronze symbolisiert Stärke und Kraft, ist weniger dominant als seine Geschwister Gold, Platin und Silber und hat einer ganzen Epoche der Menschheitsgeschichte ihren Namen gegeben. Was macht Bronze so besonders? Warum heißt die Epoche Bronzezeit und wie hat Bronze uns Menschen verändert?

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Was ist Bronze eigentlich?

Bronze ist eine ganze Familie von Legierungen, also Mischungen mehrerer Metalle. Im Falle von Bronze wird einem Anteil von mindestens 60 % Kupfer stets Zink plus ein weiteres Metall wie Zinn, Aluminium, Blei oder Mangan beigemischt. Für die Herstellung einer Bronze Statue wird meist ein Gemisch aus rund 90 % Kupfer, 2 bis 9 % Zink, 1 bis 5 % Zinn und manchmal ein wenig Blei verwendet.

Woher der Name Bronze ursprünglich stammt, konnte nicht eindeutig ermittelt werden. Es gibt Vermutungen, dass er sich aus dem persischen Wort biring ableitet, was Kupfer bedeutet.

Die Bronzezeit

In der Bronzezeit (3300 v. Chr. – 1200 v. Chr.), die zwischen der Steinzeit und der Eisenzeit liegt, entwickelten die Menschen nicht nur neue Werkzeuge aus Metall (die vorher größtenteils aus Stein waren), sondern auch eine neue Form des Zusammenlebens. Durch die Verbreitung der Bronze (siehe unten) von Ägypten nach Europa verlief die Bronzezeit nicht überall gleich. In Europa dauerte sie demnach eher von rund 1800 v. Chr. bis 1000 v. Chr.).

Handel, Berufsstände und Armeen entstanden

Zu den deutlichsten und nachhaltigsten Entwicklungen zählt wohl die Entstehung von Berufen und dem Handel. Aufgrund der Tatsache, dass man für die Herstellung von Bronze das Metall Zinn benötigte, entstand Handel, da Zinn nicht so leicht zu finden war. Anstelle zu jagen kauften und verkauften einige Menschen Zinn, andere transportierten ihn und wieder andere schmolzen die Metalle zu Bronze – verschiedene Berufe entstanden.

Auch Holz wurde nun verstärkt zum Befeuern der Metall verarbeitenden Betriebe benötigt. Auch hier entstand ein ganz eigener Handelskreislauf. Im Anschluss mussten Zinn, Holz und die fertige Bronze weitertransportiert werden, was zum Bau neuer, besserer Wagen führte.

Durch die Möglichkeiten des neuen Werkstoffs, auch Waffen und schützende Körperpanzer zu bauen, entstanden ebenso die ersten Krieger.

Zusammenleben und Rituale

In der Steinzeit lebten die Menschen insbesondere von Ackerbau und Viehzucht. Die Bronze ermöglichte die Herstellung effizienterer Klingen zum Ernten von Getreide etc., was wiederum die Ernährung von mehr Menschen ermöglichte. In dieser Zeit wurde übrigens auch die Herstellung von Käse erfunden.

Durch den vermehrten Handel und das Zusammenarbeiten mehrerer Menschen an einer Sache entstanden in der Bronzezeit die ersten Dörfer. Man musste gleichzeitig lernen, zusammen zu leben und entwickelte auch bei Bestattungen neue Formen und Rituale. Gegen Ende der Bronzezeit war die Urnenbestattung weitverbreitet. Auch erste religiöse Riten wurden entwickelt und man folgte dem Verlauf von Sternen und dem Mond. Eindrucksvoller Beweis hierfür ist die Himmelsscheibe von Nebra.

Die älteste Bronze

Die Ägypter hatten einen entscheidenden Vorteil gegenüber den Völkern in Europa – sie verfügten bereits über eine Schrift und waren demnach in der Lage, Wissen einfacher weiterzugeben. Möglicherweise liegt es daran, dass hier auch die ersten Bronzeobjekte gefunden wurden.

Von Ägypten aus trat die Bronze dann ihren Siegeszug über die Türkei nach Europa an. Diese Reise dauerte rund 500 Jahre und erklärt die unterschiedlichen Stadien der Bronzezeit in der Welt.

Zusammenfassung

Bronze ist eine Legierung aus Kupfer, Zink und anderen Metallen. Es prägte eine ganze Epoche der Menschheitsgeschichte. Die Bronzezeit zählt zu den wichtigsten Abschnitten der menschlichen Entwicklung. Erste Siedlungen entstanden und man musste lernen, zusammen zu leben. Die Lebensweise änderte sich drastisch. Erste Berufe entstanden und Händler, Schmelzer und Schmiede genossen großes Ansehen.

Im Laufe der Bronzezeit differenzierten sich die Berufe immer weiter, da mehr und mehr Bedarf aufkam und sich die Menschen spezialisierten, statt jeweils alle Arbeiten selbst durchzuführen. Durch die neue Lebensweise, die sich auch darin ausdrückte, dass man näher zusammenrückte und Dorfgemeinschaften bildete, entwickelten sich ebenso soziale Regeln und neue Verhaltensweisen des Zusammenlebens.