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Wiglaf Droste: Schalldämpfer

Eigentlich will das Kommando Leise Welt durchs Land fahren und die Menschheit vom Lärmterror befreien, der überall grassiert. Bongotrommler stehen bei ihnen genauso auf der Todesliste wie Kaufhausbeschaller, Bierflaschen tragendes Partyjungvolk ebenso wie der Mann aus Tötensen. Doch Dieter Bohlen auf die Abschussliste zu setzen, erweist sich nicht nur als verheerend für die Truppe – aufgrund einer Aktion der Femen ist die Villa von Kamerateams und Polizei umstellt; auch Autor Wiglaf Droste muss sich den Vorwurf gefallen lassen: Der Mann ist nicht satisfaktionsfähig und hat im neuem Buch des Autors eigentlich nichts zu suchen.

Dass die Truppe um Droste – Klaus, der Fahrer, Vincent, Nikolaus, Ralle, Franz und Jan jetzt untertauchen muss, lässt den einigermaßen handlungsstarken Start des als „Revue“ rubrizierten Schmökers immer mehr abdriften in Richtung Belanglosigkeit. Irgendwann ist nur noch wichtig, dass hinter jeder Figur eine Person aus dem wirklichen Leben steht: von Klaus Bittermann, dem Verleger des Buches, über den Sternekoch Vincent Klink und den TAZ-Irlandkorrespondenten Ralf Sotscheck bis hin zum Maler und Zeichner Nikolaus Heidelbach. Doch wozu? Für ein paar vermeintlich coole Sprüche? Besser wäre gewesen, Droste hätte ein Dutzend Lärmterrorspezialisten unter die Erde gebracht wie seinerzeit in Zusammenarbeit mit Gerhard Henschel in „Der Barbier von Bebra“ die Dissidenten aus der EX-DDR. Doch so: Schade um das Papier.

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