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Xavier Naidoo

Xavier Naidoo kommt aus Mannheim und ist der erfolgreichste Act aus der Rödelheimer Charts-Schmiede 3 P. Sein Markenzeichen: elegante Erscheinung, gefühlsintensive Stimme und minimalistischer Rap ‘n‘ Soul, der auf deutsche Texte hört. Jetzt lernt er im Vorprogramm von Celine Dion die Stadien kennen – damit hat er’s wohl endgütltig geschafft.

KULTUR!NEWS: Xavier, hat dich der Erfolg deines Debüts für 3 P überrascht?

Xavier Naidoo: Wenn man eine Platte macht und seine ganze Energie und Seele einbringt, dann soll sie eigentlich allen gefallen – die Vorstellung, daß sie in möglichst vielen Haushalten steht, ist also ganz normal.

K!N: Deine Musik, vor allem auch die Phrasierung der Stimme, ist teilweise eine sehr bewußte Annäherung an Grönemeyer. Ist er eine Art verkanntes Vorbild für Soul in Deutschland?

Xavier: Soul macht für mich jeder, dessen Musik aus der Seele kommt, egal ob Maffay, Reinhard Mey oder Grönemeyer. Und Grönemeyer war für mich als Sechzehn- oder Siebzehnjährigen, speziell als „Flugzeuge im Bauch“ rausgekommen ist, eine Art Offenbarung. Ich bin ja selbst ein kleiner Sänger gewesen und war fasziniert davon, wie locker sich der Titel über die angeblich so festgelegte deutsche Sprache erhoben hat, indem er mit ihr spielte. Ich war schon damals der Meinung, daß Deutsch eine geile Sprache zum Singen ist, und dieser Titel hat mich einfach bestätigt.

K!N: Du wirst produziert von 3 P, die ja mit Acts wie Illmatic, Sabrina Setlur und Moses Pelham selbst eine extrem erfolgreiche Variante deutscher Soulmusik kreiert haben. Was hat 3 P, was andere Produzenten nicht haben?

Xavier: Sie haben einfach hohe Ansprüche, und sie lassen nicht eher etwas heraus, als bis es ihren Ansprüchen genügt. Auf seiner Platte sagt Moses an einer Stelle: „Ihr arbeitet zu wenig.“ Und das ist genau der Punkt: 3 P sind rund um die Uhr an einer Produktion beschäftigt, und wenn ich dieses Interview beendet habe, packe ich mein Vier-Spur-Gerät aus und arbeite an neuen Titeln. Das ist ist kein Beruf, sondern mein Leben.

Interview: Stefan Lutterbüse