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Yade Yasemin Önder stellt „Anti Müller“ vor

Portraitfoto Yade Yasemin Önder, die mit ihrem zweiten Roman „Anti Müller“ auf Lesereise geht.
(Foto: Julia Sellmann)

In „Anti Müller“ seziert Yade Yasemin Önder die Mechanismen moderner Beziehungen und blickt auf den vermeintlich feministischen Kulturbetrieb.

Es ist aus mit Kar Kauz. Mit 35 Jahren steht die Protagonistin vor den Trümmern ihrer Beziehung zu dem gefeierten Autor, der ihren Kinderwunsch jahrelang ignorierte. Auf Tinder versucht sie, sich Ablenkung zu verschaffen. Doch mit dem hedonistischen Schauspieler Andi schlittert sie direkt in die nächste Katastrophe. Der hat nicht nur schon Zwillinge, sondern auch eine Ex, die eines Morgens überraschend im Schlafzimmer steht.

Die Sehnsucht nach einem Kind steigert sich in eine alles verzehrende Obsession. Als die Beziehung zu Andi scheitert, ihr Roman nicht so einschlägt wie erhofft, und auch weitere Dates nicht zielführend sind, fasst sie einen drastischen Entschluss: Jetzt erfüllt sie sich ihren größten Wunsch einfach selbst. Auch, wenn das bedeutet, zur Täterin zu werden. „Anti Müller“ ist ein Gesellschaftsroman über identitätspolitische Grabenkämpfe und über den moralischen Bankrott pseudosanfter Gegenwartsmänner, unter deren Fingernägeln noch immer der Schmutz des Patriarchats klebt.

„Liebe ist die Illusion, dass die aktuelle Beziehung hält, und die nach ihrem Ende nur durch eine neue Illusion in Form einer neuen Liebe zur Desillusion werden kann.“ Mit großer poetischer Präzision seziert Yade Önders Erzählerin die Mechanismen moderner Beziehungen sowie eines vermeintlich feministischen Kulturbetriebs, der nach wie vor den Männern die Regie überlässt. Über die Bühnen. Und über die Körper.

Yade Yasemin Önder: Ihr Theaterstück „Kartonage“ wurde 2017 zu den Autor:innentheatertagen Berlin eingeladen und am Wiener Burgtheater uraufgeführt. 2018 erhielt sie den Hauptpreis für Prosa beim open mike. Ihr Debütroman „Wir wissen, wir könnten, und fallen synchron“ (2022) wurde mit dem Debütpreis der lit.COLOGNE und dem Nicolas-Born- Debütpreis ausgezeichnet und stand auf der Shortlist für den ZDFapekte- Literaturpreis. 2023 erhielt sie das Werkstipendium des Deutschen Literaturfonds. 2024 erschien der Kollektivroman „Wir kommen“, dessen Mitautorin sie ist.

Yade Yasemin Önder geht mit „Anti Müller“ auf Lesereise

9. 4. Bremen, Buchladen Ostertor

10. 4. Hamburg, Karoline

16. 4. Frankfurt, Hessisches Literaturforum

29. 4. Bochum, Schauspielhaus Bochum

21. 5. Hannover, Kulturzentrum Pavillon

4. 6. Berlin, Literaturforum im Brecht-Haus

Wer sich für die Veranstaltungen mit Yade Yasemin Önder interessiert, sollte auch die Termine der Lesereise von Siri Hustvedt checken

Buchcover „Anti Müller“ von Yade Yasemin Önder

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