„Zwei Leben“ bei Arte: Die Vergangenheit kommt zurück
Die Deutsche Katrine soll in Norwegen Gerechtigkeit erfahren für Unrecht, das sie vor ihrer Flucht aus der DDR erfuhr. Doch die Sache deckt ihr Lebensgeheimnis auf …
„Zwei Leben“ läuft am 9. Januar bei Arte und ist bis 7. Februar in der Arte-Mediathek zu finden. Norwegen, 1990: Katrine (Juliane Köhler ), ihr Ehemann Bjarte Myrdal (Sven Nordin), Tochter Anne, der kleine Enkel und Katrines Mutter Åse (Liv Ullmann) sind scheinbar eine Bilderbuchfamilie. Dabei haben Katrine und Åse schwere Zeiten hinter sich, doch darüber wird nie gesprochen.
Dann fällt die Berliner Mauer. Kurze Zeit später taucht der Anwalt Sven Solbach (Ken Duken) bei Katrine auf. Er will Gerechtigkeit für ehemalige Lebensborn-Kinder in der DDR und vertritt deren Recht auf Wiedergutmachung vor dem Europäischen Gerichtshof. Katrines ungewöhnliche Geschichte, auf die er bei seinen Recherchen gestoßen ist, interessiert ihn besonders: Als Kind eines in Norwegen stationierten deutschen Besatzungssoldaten wurde Katrine einst von den Nationalsozialisten in eines der Lebensborn-Heime verschleppt. Jahre später gelang ihr jedoch die abenteuerliche Flucht über die Ostsee, um nach ihrer norwegischen Mutter zu suchen.
Ihr Fall ist offenbar der einzige, bei dem Mutter und Tochter sich nach vielen Jahren wiedergefunden haben. Aber jetzt verhält Katrine sich seltsam, und ihre Familie versteht nicht, warum sie Solbach nicht unterstützt und vor Gericht nicht aussagen will. Vor allem Anne, die selbst angehende Juristin ist, ist irritiert. Katrines Erklärung: Sie möchte Åse Leid ersparen, die dramatischen Ereignisse nicht wieder aufwühlen. Aber der Grund für Katrines Verhalten liegt ganz woanders: Katrine lebt unter einer falschen Identität; sie ist in den 70er Jahren mit der Biografie einer Lebensborn-Frau nach Norwegen gekommen: als Spionin der DDR. Katrines Lebenslüge zerbricht, sie droht alles zu verlieren …