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Musik

17 für immer: Heather Nova im Interview

Eigentlich meidet sie mittlerweile die Abenteuer – und trotzdem reist Heather Nova auf ihrem neuen Album zurück in die Teenagerzeit.

Heather Nova Sängerin sitzt im Garten auf einem Stuhl.
Heather Nova im Gespräch über ihr neues Album. (Foto: Sacha Blackburne)

Heather, der Titelsong deines neuen Albums „The Orchard“, nimmt uns mit in deine Jugend. War‘s schön damals?

Heather Nova: (lacht) Oh Gott, ja, in dem Lied bin ich wieder 17 und liege mit meinem ersten Freund unter den Apfelbäumen. Es war eine sehr unschuldige Liebe, voller Hoffnung, Verheißung, Staunen und purer Freude. Ich wollte mich an dieses herrliche Gefühl von damals erinnern. Also bin ich tief in meine Erinnerung gegangen und habe mich gefragt, was von der jugendlichen Heather noch da ist. Und ob ich sie wieder zurückholen kann.

Und?

Nova: Sie war nie weg. Alles, was wir je erlebt haben, sitzt ganz tief in unseren Zellen, wir müssen nur den Zugang dazu finden. Von Menschen mit Traumata weiß man, dass belastende Erfahrungen in den Muskeln gespeichert sind und ihnen durch bestimmte medizinische Verfahren geholfen werden können. Ich dachte: Wenn das stimmt, dann gilt das vielleicht auch für die guten Dinge.

Und deine Therapie war das Songschreiben?

Nova: Klar. Mit der Kraft der Melodien und der Worte habe ich versucht, meinen Körper ins Schwingen zu bringen, immer und immer wieder. Bis mir klar wurde, dass meine Songs für mich wie Mantras oder Gebete funktionieren und eine heilsame Wirkung haben.

Was war die 17-jährige Heather für ein Mensch?

Nova: Ich habe mich zeitlebens jünger gefühlt als ich war. Mit 17 war ich noch ein Kind, sehr vertrauensvoll, aber auch sehr naiv.

Und heute? Mit 59?

Nova: Hat das Alter keine große Bedeutung für mich. Die Natur hier auf den Bermudas, wo ich lebe, hüllt mich in einen Kokon der Zeitlosigkeit. Ich gehe jeden Tag raus, spaziere barfuß am Strand, renne mit meinem Hund um die Wette, spüre meinen eigenen Kern, also nicht nur den Körper, sondern auch die Seele. Mein Leben ist überhaupt nicht aufregend, aber genau so will ich das haben. Die Abenteuer überlasse ich gern meinem Sohn. Der hat in diesem Sommer in London seinen Uniabschluss gemacht und arbeitet gerade als digitaler Nomade in Moldawien.

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