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Otago: Otago

Wie steht es Spaceman Spiff, wenn er mit Otago auf Englisch singt?

Jede Woche stellen wir hier eine spannende Neuerscheinung zur Debatte. Es diskutieren Carsten Schrader, Philipp Kressmann und Mitja Steffens von der kulturnews. Und als Gast: Gitarristin Lina Seybold von der Münchener Band Candelilla, die mit „Camping“ gerade ein großartiges neues Album veröffentlicht hat.

Lina: Hübsche Schichten lagern sich übereinander, und die Gitarren glimmern wie Vogelstimmen. Das englische Singen steht Hannes Wittmer toll, das Elektronische an der Musik auch. Das Album packt mich beim Stück „Lessons“ so richtig. Mag ich.

Mitja: Ehrlich gesagt bin ich nicht vollends überzeugt, ob es Wittmer so gut steht, auf Englisch zu singen. Die muttersprachlichen Songs als Spaceman Spiff füllt er besser aus. Aber bei den tollen, vielseitigen Indiesongs gehe ich mit. Da kann man den deutschen Akzent auch mal verschmerzen.

Carsten: Bin da bei Mitja – auch wenn der deutsche Akzent mich gar nicht stört. Während 99 Prozent der deutschsprachigen Singer/Songwriter nicht zu ertragen sind, berühren mich Wittmers Texte als Spaceman Spiff sehr, und für mich ergibt es auch durchaus Sinn, dass sie bei einem Literaturverlag erscheinen. Musikalisch sind Otago toll, aber diese Tiefe fehlt hier.

Philipp: Ach kommt, dafür, dass der Otago-Trail ein schmaler Pfad am anderen Ende der Welt ist, klingt das hier nicht gerade exotisch. Lasst mich zumindest ein kleines Warnschild aufstellen: solides, aber insgesamt unspektakuläres Singer/Songwriting.