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Abtreibungsverbot in den USA: So wütend sind die Stars

Olivia Rodrigo
Olivia Rodrigo fand beim Glastonbury Festival deutliche Worte: Sie sang dem Supreme Court Lily Allens Song „Fuck you“ entgegen.Foto: Chuffmedia

Olivia Rodrigo, Billie Eilish, Phoebe Bridgers oder Kendrick Lamar: Sie alle haben sich nach dem Urteil des Supreme Court klar positioniert.

  • Der Supreme Court hat das Recht auf Abtreibung in den USA gekippt.
  • Nicht nur dort sorgt diese Entscheidung für heftigen Widerspruch.
  • Diverse Künstler:innen haben nun klare Position gegen das Urteil bezogen.

Wut, Enttäuschung und Fassungslosigkeit: Das sind die zentralen Emotionen, wenn es um das Urteil des US-Gerichtshofs geht. Auch viele Stars haben kein Blatt vor den Mund genommen und ihre Meinung kundgetan. Zugleich gibt es auch aktive Versuche, den Betroffenen zu helfen. Wir haben ein paar Reaktionen gesammelt.

Olivia Rodrigo singt „Fuck you“ in Richtung des Supreme Courts

Im britischen Glastonbury ist am 26. Juni das gleichnamige Festival zu Ende gegangen. Es ist eines der wichtigsten Musikfestivals Europas, bei dem einige der größten Weltstars auf der Bühne stehen. Dazu gehörte auch Olivia Rodrigo, die im vergangenen Jahr mit ihrem Hit „Drivers License“ durch die Decke gegangen ist. Der 19-jährige Popstar fand deutliche Worte: „Ich bin am Boden zerstört und entsetzt. So viele Frauen und Mädchen werden sterben“, sagte sie dem „Guardian“ zufolge. Danach sang Rodrigo Lily Allens Song „Fuck you“ gemeinsam mit Allen selbst, die sie dafür auf die Bühne geholt hatte.  Sie widmete das Lied den fünf Mitgliedern des Supreme Court: „Dieser Song ist für die Richterinnen: Samuel Alito, Clarence Thomas, Neil Gorsuch, Amy Coney Barrett, Brett Kavanaugh. Wir hassen euch! Wir hassen euch.“

Phoebe Bridgers: „Fuck the Supreme Court!“

Singer/Songwriterin Phoebe Bridgers hat am 25. Mai klare Worte gefunden. Eigentlich müsste sie sich über ihren ersten Glastonbury-Auftritt freuen, sagte die Künstlerin. Doch sie sei zu wütend. Bridgers fragte, ob Amerikaner:innen im Publikum seien, und begann dann einen Sprechchor mit den einfachen Worten: „Fuck the Supreme Court!“ Im Anschluss sagte sie zusätzlich: „Fuck America. Fickt euch. All diese irrelevanten alten Motherfucker, die versuchen, uns vorzuschreiben, was wir mit unseren Körpern tun …“ Schaut euch den Moment hier an:

Billie Eilish: „Kann es nicht ertragen, daran zu denken“

Auch Glastonbury-Headlinerin Billie Eilish hat sich während ihres Auftritts zum Urteil geäußert. Sie brachte es mit ihrem Song „Your Power“ in Verbindung, in dem es um die Ausbeutung einer jungen Frau geht. „Heute ist ein wirklich, wirklich düsterer Tag für Frauen in den USA“, sagte Eilish dazu laut NME. „Und das ist alles, was ich dazu sagen werden, weil ich es gerade nicht ertragen kann, darüber nachzudenken.“

Kendrick Lamar: „Godspeed for Women’s Rights“

Rapper Kendrick Lamar hat im Rahmen des Glastonbury Festivals erstmals Tracks aus seinem Album „Mr. Morale & The big Steppers“ live performt. Am Ende des Songs „Savior“ hat auch er Stellung bezogen. Seine Aussage war, nicht überraschend, dabei religiös eingefärbt. „They judge you, they judged Christ“, wiederholte Lamar mehrfach. „Goodspeed for Women’s Rights“.

Jarvis Cocker singt „Pricks are still running the World“

Ähnlich wie Rodrigo und Eilish hat auch Jarvis Cocker, ehemaliger Pulp-Frontmann, im Rahmen von Glastonbury einen spezifischen Song an den Supreme Court gerichtet. Es handelt sich um den alten Track „Cunts are still running the World“. Weil das Wort „Cunt“ – vor allem in den USA – jedoch noch immer mit einem Tabu belegt ist, änderte Cocker es zu „Pricks“.

„Wir versuchen immer wieder, diesen Song nicht länger zu spielen“, sagte Cocker. „Dann passiert etwas auf der Welt, und wir müssen ihn weiterhin spielen. Wir singen ihn über den Atlantischen Ozean, weil ein gewisses Urteil gefällt wurde, vorrangig von Männern, die Frauen vorschreiben, was sie mit ihren Körpern tun und lassen können.“

Lizzo spendet 500 000 Dollar an Planned Parenthood

Die Reaktionen der Stars haben sich jedoch nicht nur auf Zorn beschränkt. Sängerin und Rapperin Lizzo etwa hat auf Twitter bekannt gegeben, dass sie 500 000 Dollar aus ihren Toureinnahmen an die Non-Profit-Organisation Planned Parenthood, die unter anderem Abtreibungen anbietet, sowie weitere Organisationen spenden wird. Der Live-Organisator Live Nation hat demselben Tweet zufolge eingewilligt, genauso viel zu spenden wie die Künstlerin, was insgesamt 1 Million Dollar bedeutet.

Rage Against The Machine: Ticketeinnahmen für Wisconsin und Illinois

Auch die Band Rage Against The Machine hat Ticketeinnahmen gespendet. Das hat sie in einem Instagrampost bekanntgegeben. „Wir sind angeekelt von der Aufhebung von Roe V. Wade und den verheerenden Auswirkungen, die sie auf Millionen Menschen haben wird“, heißt es dort. „Mehr als die Hälfte des Landes (26 Staaten) wird Abtreibung wohl sehr bald, wenn nicht sofort, verbieten oder deutlich einschränken, was einen überpropotionalen Effekt auf Arme, Arbeiter:innen und BIPOC-Communities haben wird.“ Rage Against The Machine habe bereits 475 000 Dollar eingenommen und werde diese an Organisationen in Wisconsin und Illinois spenden.

 

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