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Aiming For Enrike im Interview zum neuen Album „Empty Airports“

Aiming for Enrike 1 - credit Veronica Van Groningen - web
Foto: Veronica Van Groningen

Das norwegische Elektroduo Aiming For Enrike hat da eine Idee, wie die digitale Zukunft der Kunst aussehen könnte – jetzt im Interview.

Simen, Tobias, euer neues Album heißt „Empty Airports“. Der Titel weckt unweigerlich Assoziationen zur Pandemie, zum Lockdown.

Simen Følstad Nilsen: Das ist auch unser Pandemie-Album. Der neue Sound hätte niemals ohne diese überschüssige, freie, nicht nutzbare Zeit entstehen können. Wir haben experimentiert und viel Musik gehört, die dann das neues Album maßgeblich beeinflusst hat. Mit „Empty Airports“ versuchen wir, die Zeit zu stretchen und sie verschwimmen zu lassen. Ein Gefühl, das die Pandemie dominiert hat.

Welche Künstler:innen liefen denn am häufigsten bei euren Sessions?

Tobias Ørnes Andersen: Wir haben viel Four Tet und Nils Frahm gehört, besonders sein Album „All Melody“, aber auch Burial. Insgesamt eine seltsame Mischung aus modernen, elektronischen Artists und verrücktem 80er-Jahre-Zeug wie King Crimson. (lacht) Speziell den Track „Fell no Threat“ verdanken wir King Crimson.

„Empty Airports“ von Aiming for Enrike erscheint am 20. Januar

Euer neues Album klingt viel elektronischer und hypnotischer als der Vorgänger. Seid ihr wirklich immer noch mit nur einer Gitarre und einem Schlagzeug ausgerüstet?

Nilsen: Wir sind immer noch zu zweit, sowohl live als auch im Studio. Nur haben wir jetzt auch noch einen Synthie und eine Drum-Machine. Aber alles, was du hörst, passiert im Moment. Nichts ist aufgenommen. Somit kann auch die ganze Zeit etwas schiefgehen – und das ist uns für ein wahrhaftiges Gefühl tatsächlich auch wichtig.

Das Artwork besteht aus 19 digitalen Bilden, die ineinander verwoben sind. Wie funktioniert sowas?

Nilsen: Das hat Thor Merlin entworfen, der auch unsere Live-Visuals macht. Ich habe aber absolut keine Ahnung, wie es funktioniert. (lacht) Er schreibt irgendwelche Codes, und dann passiert irgendwas. Thor hat diese Codes geschrieben, während er unser Album wieder und wieder gehört hat. Das ist schon ziemlich cool.

Die einzelnen Bilder werden dann als NFTs verkauft, richtig?

Andersen: Das ist Thors Ding. Wir waren zusammen unterwegs, haben uns über Crypto und den ganzen Kram unterhalten – und plötzlich hatte er diese Idee. Es ist spannend, wie sich das Internet noch verändern wird, gerade beim Thema kreatives, digitales Eigentum. Da sind NFTs interessant – auch, wenn wir beide niemals unsere Musik einer einzelnen Person exklusiv verkaufen würden. Aber bei anderen Kunstformen ergibt das vielleicht Sinn – wir werden sehen.

Interview: Felix Eisenreich