„Auf zwei Rädern“: Auf den Spuren des verstorbenen Sohns
In einer Mischung aus Dokumentation und Spielfilm verarbeitet Filmemacher Mathias Mlekuz den Tod seines eigenen Sohns.
2022 war für den französischen Schauspieler und Filmemacher Mathias Mlekuz ein hartes Jahr: Sein Sohn nahm sich das Leben. Mit dem Projekt „Auf zwei Rädern“ versucht Mlekuz, diesen Schicksalsschlag und seine Emotionen in Regie, Drehbuch und Schauspiel zu verarbeiten. Nach „Mine de rien“ von 2020 ist es sein zweiter Film als Regisseur, und auch bei seinem neuen, sehr intimen Werk ist sein langjähriger Freund Philippe Rebbot wieder an seiner Seite. In der fiktionalisierten Geschichte begeben sich Mathias (Mlekuz), Philippe (Rebbot) und der kleine Hund Lucky auf eine Fahrradtour von der französischen Atlantikküste bis zum Schwarzen Meer – eine Reise, die Mlekuz’ Sohn auch einst unternommen hatte. Die Route führt das Trio durch wunderschöne Landschaften, zu interessanten Menschen und auf abenteuerliche Radwege.
Das Roadmovie in seiner Mischung aus Spielfilm und Dokumentarfilm zeigt dabei eine echte Freundschaft, in der sich die zwei Männer gegenseitig öffnen. Ehrlich und offen reden sie über den Umgang mit dem Tod, Mathias’ Schuldgefühle bezüglich des Suizides und den Sinn des Lebens. Die Magie entsteht dabei durch Mlekuz und Rebbot, die sowohl in den humoristischen als auch in den traurigen Momenten glänzen. Letztere machen den Film jedoch nicht zum melancholischen Drama, sondern sorgen sogar eher für eine hoffnungsvolle und lebensbejahende Stimmung. Taschentücher sollten an der einen oder anderen Stelle dennoch bereitgelegt werden.