KUNST

Ausstellungseröffnung: Garten der irdischen Freuden

Wenn weltweit die Metropolen als Place to be und seligmachende Wohnform stilisiert werden, muss von irgendwoher eine Gegenbewegung kommen. Der Garten samt selbstgezogenem Grünzeug, schmutzigen Erdbuddelfingern und Natur-Unterwerfungsfantasien bietet sich dafür an, kein Wunder also, dass Gärtnern derzeit hoch im Kurs steht. Die Ausstellung Garten der irdischen Freuden verhandelt bis 1. Dezember im Berliner Gropius Bau anhand von mehr als zwanzig internationalen künstlerischen Positionen den Garten als Metapher für den Zustand der Welt, mit Arbeiten von unter anderem Pipilotti Rist (unsere Abbildung), Tacita Dean, Rashid Johnson, John Cage, Yayoi Kusama oder  Isabel Lewis. Von der klassischen Perspektive des Gartens als meditativem Sehnsuchtsort über die subversive Politisierung von Grünflächen hin zu utopisch-dystopischen Deutungen zeigt sich eine berauschende Bandbreite, die ihren Ausgangspunkt schon in Hieronymus Boschs Triptychon „Garten der Lüste“ nimmt. Der Garten ein unschuldiges Paradies? Wohl kaum.

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