KUNST

Ausstellungseröffnung: Innenleben

Nirgends sind wir mehr bei uns selbst als im Inneren: in den eigenen vier Wänden oder auch beim Lauschen auf die eigenen Gedanken. Dem komplexen Innenleben haben sich vier Künstlerinnen gewidmet und daraus einen Ausdruck von Identität geformt. Mit Blick auf die eigene Herkunft, auf persönliche und historische Entwicklungen, machen sie das sichtbar, was von außen verschlossen bleibt – und das auf ganz unterschiedliche Weise:

Während die nigerianische Künstlerin Njideka Akunyili Crosby ihr Dasein zwischen Geburtsland und Wahlheimat in malerischen Interieurs verortet, verhandelt Leonor Antunes Migration und Transformation von gesellschaftlichen Lebensräumen in ihren teilweise ortsspezifischen Skulpturen. Adriana Verejao beschäftigt sich dagegen mit geschichtlichen Bezügen zu ihrer brasilianischen Heimat, indem sie die gewaltgeprägte koloniale Vergangenheit durch das Motiv der Mauer als Grenze zwischen Innen und Außen wählt. Einen regionalen Bezug vermitteln die Arbeiten der Zwickauerin Henrike Naumann: Mit ihren immersiven Rauminstallationen erforscht sie rechtsradikale Ausbreitungsdynamiken in Gesellschaftsräumen.

Wer aus so vielen Perspektiven auf das Innere blickt, gewinnt die wohl wichtigste Einsicht der Ausstellung: Wenn das Private in eine Welt der Öffentlichkeit rückt, wird der Blick hinter die Fassaden umso wichtiger.

Haus der Kunst, 29. 11.–29. 3. 2020

Mehr Infos zur Ausstellung gibt es auf der Homepage des Hauses der Kunst.

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