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Ausstellungseröffnung: Lawrence Abu Hamdan. The Voice Before the Law

Wenn sich Sprache über alle Grenzen wegsetzt: Mit seiner forensichen Klangkunst legt der Künstler die Mittel der Macht offen.

Wie mächtig Sprache ist, zeigt sich spätestens dann, wenn sie sich über politische Macht und deren Grenzen hinwegsetzt. Im Hamburger Bahnhof macht Lawrence Abu Hamdan diese sprachliche Macht erfahrbar. In seiner Videoinstallation „This whole time there were no landmines“ (2017) stehen sich acht Bildschirme gegenüber, die private Handyaufnahmen offenbaren.

Entstanden ist das Found Footage in den israelisch besetzten Golanhöhen. Politisch als auch akustisch ein brisantes Gebiet: Durch die topografischen Bedingungen werden Klänge, wie z.B. lautes Rufen, verstärkt übertragen. Für Familien, die durch politische Grenzziehungen getrennt wurden, eine Chance, über die Grenze hinweg zu kommunizieren.

Ein nicht ungefährlicher Austausch, wie das audiovisuelle Material verrät: „Hey. Stop … Genug … Hier sind Landminen“ – Sprachfetzen und Bilder, die ein gewaltvolles Aufeinandertreffen zwischen arabischen Demonstrant*innen und dem israelischen Militär bezeugen. Mit seiner forensischen Klangkunst legt Hamdan die politischen Dimensionen der Kommunikation offen und lässt Stimmen jenseits des Gesetzes sprechen.

Berlin, Hamburger Bahnhof 26. 10.–9. 2. 2020

Mehr Infos zur Ausstellung auf der Homepage vom Hamburger Bahnhof.

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