KUNST

Ausstellungseröffnung: Tattoo-Legenden

Man stelle sich einen waschechten Hamburger Seebären vor, der auf St. Pauli lebt und in urigen Stammkneipen sitzt, etwas mürrisch, natürlich mit Vollbart, ab und zu brummt er vor sich hin und klingt dabei wie Käpt’n Blaubär. Wenn er aber seinen Arm anspannt, tanzt dort eine Hafendirne, am besten noch mit Herz und Anker – mehr Klischee geht nicht. Wenn man sich die Tattoos (siehe oben) so ansieht, kommen sie einem bekannt vor. Warum eigentlich? Und was macht sie so klischeehaft? Einer der Gründe liegt in der Tattoo-Legende Christian Warlich. Der öffnete 1914 auf St. Pauli eine Kneipe, die er auch als Tattoostudio benutzte. Warlich war nicht nur einer der ersten Tätowierer Hamburgs, sondern einer der bedeutendsten des 20. Jahrhunderts.

Es waren sein präzises Handwerk und sein künstlerischer Anspruch, die ihn zum vielzitierten „König der Tätowierer“ machten. Vor allem inspirierte Warlich die US-amerikanische und ostasiatische Tattookunst, die er in seine Formensprache einfügte. Die Motive aus seinem Vorlagealbum wurden international rezipiert und gelten als die bekanntesten Vorlagen weltweit. Die handgemalten Vorlagezeichnungen sowie einen Nachbau von Warlichs Tattoo-Atelier kann man sich nun in einer Ausstellung anschauen. Wer tiefe Einblicke in die Tattoo-Szene erleben möchte, lernt hier einen wichtigen Teil der Tätowiergeschichte kennen und erfährt, welche Tattoohelden ein Stück St. Pauli-Geschichte schrieben.

Museum für Hamburgische Geschichte 27. 11.–25. 5. 2020

Mehr Infos zur Ausstellung gibt es auf der Homepage des Museums für Hamburgische Geschichte

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