KUNST

Ausstellungseröffnung: „we grew some eyes“

we grew some eyes

Da ist dieses alte Gruppenfoto von den Freunden aus den Neunzigern – was die heute wohl alle machen? Dank Social Media und GPS-Tracking ist es ja oft hervorragend einfach, die Lebenswege seiner Freunde nachzuverfolgen. Meisterschülerin Franziska Geissler hat die digitalen Spuren ihrer Freunde gesammelt und daraus ein Bild geformt (siehe oben): Offensichtlich ist „Erkan“ vor einem Hai geflüchtet, hat sich über sämtliche Maschendrahtzäune gerettet und ist auf einem Schweine-Lamm-freundlichen Bauernhof gelandet.

So wie Geissler den individuellen Lebensentwürfen eine visuelle Welt verschafft, erzählen sechs weitere Meisterschüler*innen des Weißenhofprogramms der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart ihre ganz eigenen Stories. Der Zugang zu ihrer jeweiligen Lebens- und Gedankenwelt ist dabei so vielfältig wie die Kunst selbst: Jochen Damian Fischer hat seine Bildhauer-Begeisterung in ehemaligen Kriegsfluchtlöchern und Waldhöhlen entdeckt, die er durch abenteuerliche Videos und Raumskulpturen mit Besucherinnen teilt.

Johanna Mangold beschäftigst sich lieber mit virtuellen Rückzugsräumen. Und da sich in luziden Traumwelten reichlich unerforschte Realitäten abspielen, hat sie diese als VR-Erlebnis für andere erfahrbar gemacht. Wer lieber physische Welten durchforstet, kann sich durch den Scherenschnittwald von Nina Bergold begeben. Mit Folien und Holzstücken hat sie großformatige Formen und Figuren kreiert, die zur ständig neuen Interpretation des Gesehenen auffordern. Und schließlich leuchtet auch der Ausstellungstitel ein: Wir haben uns einen neuen Blick erschaffen. jb

Villa Merkel, Galerie der Stadt Esslingen 31. 1.–23. 2.

Mehr Infos zur Ausstellung „we grew some eyes“ gibt es auf der Homepage der Villa Merkel.

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