Kinofilm „Babystar“: Der unbändige Neid in den sozialen Medien
Eine Familie verdient ihr Geld in den sozialen Netzwerken. Dann kriegen sie ein weiteres Kind. Und jetzt? Das satirische Drama „Babystar“ kommt in die Kinos.
Das satirische Drama „Babystar“ von Joscha Bongard blickt hinter den Schein einer Influencer-Familie und erzählt von der Suche nach Identität im Rampenlicht.Der Film startet diese Woche in den Kinos.
Die 16-jährige Luca (Maja Bons, „Unfamiliar“) wurde als „Babystar“ geboren und wuchs vor laufender Kamera auf. Vom ersten Schrei bis zur ersten Periode wird ihr Leben auf dem YouTube-Kanal „Our Bright Life“ dokumentiert. „Können wir nicht nur einen Tag normal sein?“, bittet sie ihre Eltern (Bea Brocks, „Finsteres Herz“, und Liliom Lewald, „Schwarzes Gold“). Doch Normalität ist für das Paar ein Risiko, schließlich steht ihr Millionengeschäft auf dem Spiel. Als Luca beginnt, eigene Wünsche zu entwickeln und vor dem Rampenlicht zu fliehen, weiß sie kaum noch, wer sie eigentlich ist. Ein Gefühl, das viele Teenager kennen, nur dass bei ihr Millionen zuschauen. Ein neues Geschwisterchen wird zum zusätzlichen Konfliktpunkt: Wer im Familienbusiness nicht mehr mitspielt, bekommt eben Konkurrenz. Lucas‘ Eifersucht wird zum klickbaren Podcast-Thema, jedes ihrer Gefühle zum Content. Die Absurdität des Social-Media-Lebens inszeniert „Babystar“ zugleich futuristisch und erschreckend realitätsnah. Subtil-satirisch und spannend zeigt Bongard, wie schwer es ist, zwischen familiärem und öffentlichem Druck den eigenen Weg zu finden – und dass Neid oft tiefer reicht, als es auf den ersten Klick scheint.