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Das Blut der Familie: „Bang Bang Baby“ auf Amazon Prime

Die Serie Bang Bang Baby beginnt im Jahr 1986 in Norditalien mit einem Aufnahmeritual für die junge Alice in die Mafia. Aus dem Off erzählt sie derweil, warum es dazu kommen musste und dass alles vor drei Monaten anfing – aus Liebe. Aus Liebe für ihren angeblich toten Vater. Dann springt die Handlung drei Monate in die Vergangenheit, und wir sehen, wie Alice auf einem Zeitungsfoto glaubt, ihren Vater zu erkennen – es ist der Artikel über eine Verhaftung. Wir springen noch einmal in die Vergangenheit, Alice ist noch ein Kind und fährt auf dem Rummel gemeinsam mit ihrer Mutter Kettenkarussell, als der unten stehende und wartende Vater erschossen wird.

Die Erinnerung kommt wieder hoch und droht Alice in den Schmerz zu reißen, doch dann wird der Teenager aktiv, fährt gegen den Willen der Mutter heimlich zur Großmutter, die klar erkennbar eine Mafia-Chefin ist, und konfrontiert sie mit ihrem Verdacht. Noch am gleichen Tag kann sie ihren Vater im Gefängnis besuchen und erhält von ihm einen Auftrag. Die italienische Mafiaserie Bang Bang Baby (Amazon Prime) mit Arianna Becheroni in der Hauptrolle der Alice ist voller popkultureller Dekoration aus den 1980ern und den späten 70ern. Vor diesem bunten Hintergrund rückt sie eine brutale Coming-of-Age-Geschichte ins Zentrum, in der die Heldin innerhalb weniger Wochen erwachsen werden und sich wehren muss. Schon am Ende der ersten Folge hat Alice eine Waffe, aber auch eine Leiche am Hals.

Bang Bang Baby mit dem Erwachsenwerden eines weiblichen Teenagers im Mittelpunkt der Handlung, mit dem Griff zur Waffe und mit der ambivalenten Beziehung zum kriminellen Vater steht mit diesem Plot nicht alleine da. Bereits die britische Serie „Two Weeks to live“ mit Maisie Williams in der Hauptrolle gab die Richtung vor, wenn auch mit deutlich mehr schwarzem Humor ausgestattet als „Bang Bang Baby“. jw

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