Bettina Russmann Quartett: Eklektisch? Ja, bitte, aber genau so!
Mit „Until broad Daylight“ biedert sich Bettina Russmann nirgendwo an und schleudert dabei zielstrebig durch steilste Kurven.

Eklektisch: Im schlimmsten Fall beschreibt dieses Wort einen unmotivierten Kessel Buntes, im besten Fall ist es ein bewusst gewähltes Konzept. Letzteres gilt für die Songauswahl von Bettina Russmann auf ihrem Album „Until broad Daylight“, das sich nirgendwo anbiedert und dabei zielstrebig durch steilste Kurven schleudert.
Mit der rhythmischen Bockbeinigkeit der britischen Georgie-Fame-Schule, skandinavischer Harmonieabgeklärtheit und theatralischen Vokalgesten, die Gastsänger Ken Norris beisteuert, fliegt die Zeit beim Hören so rasant, dass erst im zweiten Durchlauf die Virtuosität der Saxofonistin und Flötistin hörbar wird. Norris erzählt „Life on Mars“ eher, als dass er es singt, und so wird aus dem großen Glamsong ein kleines kammermusikalisches Dramolett, dem David Bowie selbst vermutlich laut Beifall gespendet hätte.
Da dürfen sich dann auch die Gitarristen Johannes Wennrich und Daniel Hirth mal richtig austoben, bevor Russmanns Kernband um den Pianisten Enno Durgnus, Drummer Heinz Lichius und Bassist Giorgi Kiknadze wieder zur Ordnung ruft und den Boden für samtweiche Tenorsoli bereitet. Eklektisch? Ja, bitte, aber genau so!
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