- Review
„Brudna-Bielizna“ von Kosmonauci: Keine Ahnung als Mantra
Das polnische Quartett setzt auf seinem zweiten Album auf eine wilde Mischung aus Jazz, HipHop und Breakbeats.

Das polnische Jazzquartett Kosmonauci hat sein zweites Album „Brudna-Bielizna“ veröffentlicht. Dass es sich dabei nicht um ein typisches Jazzalbum handelt, macht schon der Titel klar, der auf Deutsch „dreckige Unterwäsche“ bedeutet. Genauso wie die Tatsache, dass sich Kosmonauci selbst als Boyband bezeichnen. In ihrer Musik verbinden die Vier dann auch Jazz mit Einflüssen aus HipHop oder Drum & Bass – alles strukturiert um die vier Grundpfeiler Drums, Saxofon, Bass und Vibraphon. Für experimentelle Ausflüge sorgen die Polyrhythmen von „Dla Zuzy“ genauso wie das an Breakbeats angelehnte Drumming in „SIEKA“.
Kosmonauci – bestehend aus Miłosz Pieczonka, Jan Pieniążek, Bartłomiej Lucjan und Tymon Kosma – haben ihr erstes Album „Sorry, nie tu“ 2024 veröffentlicht. Trotz – oder gerade wegen – des ausgefallenen Sounds war die Vinylversion der Platte schon vor dem Erscheinen ausverkauft. In der Folge ist das Quartett durch Europa getourt und bei diversen Festivals aufgetreten. Mit „Brudna-Bielizna“ wagen Kosmonauci nun den nächsten Schritt – aber auf gerade Linien haben sie noch immer keine Lust. Für ihre Bandphilosophie stützen sie sich dabei auf ihren Kollegen Sensei Dżakba. Zitat: „Die Frage, ob die Musik polnischen Jazz braucht, ähnelt der uralten Debatte, ob die Wissenschaft die Philosophie braucht. In beiden Fällen kann die Antwort nicht unkompliziert oder offensichtlich sein – also lautet sie: keine Ahnung.“
Musik

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Hörenswert

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