URBANE KULTUR

CBD – die Heilkräfte einer uralten Kulturpflanze

CBD

Einst wurde sie auch in Europa für die verschiedensten Zwecke genutzt, bis zu dem Zeitpunkt als sie einen Image-Schaden erlitt und als Rauschgift galt. Durch das rauschfreie CBD und legale CBD Produkte erlangt die Cannabispflanze neuen Ruhm.

Aktuell ist der Markt überflutet von Hanfprodukten und entsprechenden Ratgebern rund um die Pflanze und ihren zahlreichen Wirkstoffen. Aber was hat es auf sich mit dieser Pflanze, die „älter ist als Methusalem“ und über die noch immer das Damokles-Schwert der Droge schwebt?

Eine Heilkraft, die seit Jahrhunderten bekannt ist

Es hat den Anschein, als dass die Heilkraft von Cannabis oder Hanf noch nie bekannt war und jetzt erst aufersteht. Dabei steht diese bereits seit Jahrhunderten in den Medizinschränken der Menschheit. Im Buch der chinesischen Medizin, das unter dem Namen „Shennong ben caojing“ veröffentlicht wurde, gab es erstmals die Beschreibung der Heilkraft der Cannabis Pflanze. Das war bereits 2737 vor Christus. Das Harz des Cannabis wurde von dem damaligen Kaiser Shen Nung gegen Gicht, Rheumatismus, Verstopfung und Malaria empfohlen, aber auch zur Behandlung von diversen Frauenkrankheiten und Geistesabwesenheit.

Selbst in antiken Aufzeichnungen sind Empfehlungen zu finden. Diese stammen aus Ägypten. Im medizinischen Papyrus Ebers Tipps steht, dass es möglich sei, mit Hanf wie Cannabis entzündliche Zehennägel zu behandeln.

Im historischen Standardwerk über die chinesischen Kräuter und Wurzeln, dem Pen-ts’ao Kang mu, dem Buch der heilenden Kräuter aus dem 16. Jahrhundert wird Cannabis sativa var. indica L. (Cannabinaceae) als Heilpflanze erwähnt. In Europa war es Hildegard von Bingen (1098 – 1179), die Cannabis und Hanf näher an die Gesellschaft führte. Sie empfahl die Einnahme der Hanfsamen bei Magenbeschwerden und ein Umschlag mit den Samen bei der Heilung von Wunden und Geschwüren.

Das die damaligen Behandlungen mit Cannabis wie Hanf berechtigt waren in vergangenen Zeiten, das zeigt sich heute, mehr als 4700 Jahre später durch neue Studien. Im Detail dreht es sich um die beiden Hauptwirkstoffe: THC sowie CBD. Besonders Letzteres, das CBD (Cannabinoid), welches legal käuflich zu erwerben ist, verspricht vielfältige Heilwirkungen. Besonders dann, wenn es darum geht, chronische Schmerzen, Krämpfe, Entzündungen oder Angstzustände zu behandeln, ist CBD hilfreich.

Auf diese Heilkraft wurde bereits durch Studien hingewiesen. Zudem gab es bereits mehrfach erfolgreiche Behandlungen von Erkrankungen wie Morbus Crohn, Parkinson oder Alzheimer. Sogar bei der Behandlung von Krebs kommt CBD immer öfter zum Einsatz. Von zahlreichen Betroffenen wurde bestätigt, dass Cannabinoid einen lindernden Effekt aufweist.

Hanf: Heil- und Faserpflanze in der Antike

Bereits in der Antike war Hanf aufgrund ihrer Eigenschaft als hervorragende Faserpflanze bekannt. Von den antiken Griechen wurden aus Hanf Textilien und Kleidung hergestellt. Dies ist nicht verwunderlich, denn zum einen lässt sich Hanf einfach anbauen, die Pflanze wächst rasch, ist ergiebig und die Fasern weisen eine ausgezeichnete, langfaserige Qualität auf, an welch die heute so gern genutzte Baumwolle nicht herankommt. Im alten Griechenland waren die Hanfpflanzen weitverbreitet und begehrt.

Von dem griechischen Arzt Dioskurides, welcher im 1. Jahrhundert nach Christus ein bekannter Pharmakologe des Altertums war, wurde eine Beschreibung von einem Hanfsamensaft überliefert, der sich positiv auf Ohrenschmerzen auswirkte. Selbst der römische Gelehrte Plinius (23 bis 79 n.Chr.) Schrieb in seinen Werken nieder, wie Hanf Schmerzen lindert.

Hanf nimmt zunehmend an Bedeutung zu

Hanf nahm im Mittelalter (6. bis 15. Jahrhundert) durch die immer zunehmende Seefahrt weiter an Bedeutung zu. Der Grund war, dass Hanf nicht nur sehr lange Fasern hat, sondern das diese auch sehr widerstandsfähig sind. Eben daher eignete es sich hervorragend für Seile, Taue und Segel in der Schifffahrt. Kolumbus machte sich 1492 mit Segeln und Tauen aus Hanf auf nach Amerika.

Einen weiteren Boom erlebte Hanf ab dem 13. Jahrhundert in der Papierherstellung. Diese stieg rasant mit der Erfindung des Buchdrucks an und Hanf erwies sich als ein idealer Rohstoff für die Herstellung von Papier. So wurde nicht nur die Gutenberg-Bibel (1455) auf Hanfpapier gedruckt, sondern auch die amerikanische Unabhängigkeitserklärung (1776). Selbst der berühmte Maler Rembrandt wusste das Material zu schätzen und verwendete eine Hanfleinwand für sein erstes Ölgemälde.

Des Weiteren wird aus der Volksmedizin überliefert, dass Hanf während Geburten als entspannendes und schmerzlinderndes Tonikum zum Einsatz kam.

Die erste Jeans aus Hanf brachte Levi Strauss 1870 in den USA auf den Markt – bis heute ein Welterfolg.

Hanf und sein schlechter Ruf

In der Zwischenkriegszeit kam es zu einem großen Schlag gegen die Naturpflanze Hanf, während Holz und Sisal die Fasern der Agave Hanf bereits verdrängt hatten. In den USA wurde der Marihuana Tax Act of 1927 gesetzlich verankert. Mit diesem Gesetz wurden alle Hersteller und Händler von Hanf mit einer hohen Steuer belegt und in Folge kam es zu einem völligen Verbot. Selbst Nutzhanf ohne THC-Gehalt blieb von diesem rigorosen Verbot nicht ausgenommen. Der Hintergrund von diesem Gesetz: Erfolgreiche Lobbying-Tätigkeiten der Unternehmen, von denen Kunstfasern produziert wurden, wie Du Pont Jamie und Randolph Hearst.

Anders in Deutschland dort erlebte Hanf während der nationalsozialistischen Herrschaft (1933 bis 1945) eine Wiedergeburt. Der Grund war, dass die Nazis den schnell wachsenden Rohstoff zu schätzen wussten und seinen Anbau auch für den Kriegsbedarf förderten. Doch danach verschwanden die weltweiten Anbauflächen fast völlig und heute erinnern nur noch einige Flurnamen an die alten Anbaugebiete, wie bspw. das Hanifthal im Nordburgenland.

Endgültig kam Hanf in der Hippiebewegung in Verruf, die mit den psychoaktiven Substanzen der Pflanze experimentierte. Das war der Zeitpunkt, als der amerikanische „War on Drugs“ aufgerufen wurde. In dieser Zeit gerieten alle anderen Eigenschaften der Pflanze in Vergessenheit, nur der Gebrauch als Droge hatte sich bei den Menschen in den Köpfen verankert.

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